Reisebericht aus Australien
Hier werde ich euch ab sofort ueber meine Australienreise auf dem Laufenden halten. Entschuldigt bitte die durch amerikanische Tastaturen verursachten Schreibfehler. Neben diesem Reisetagebuch findet ihr auf der Homepage natuerlich auch die Australien-Bildergalerie. Kommentare koennt ihr im Australien-Forum hinterlassen!
Wegen Problemen mit meiner Technik hier Unten musste ich fuer weitere Bilder eine neue Galerie einrichten. Hier geht es zur improvisierten neuen Galerie
Donnerstag, 04.09. - Nachberichte - Back To Origin
Nach einem langen, anstrengenden Flug bin ich wieder in der Heimat eingetroffen. 23 Stunden Flug, 3 Starts und Landungen, 4 Spielfilme und eine Stunde Schlaf liegen nun zwischen mir und Australien. Ich konnte den laengsten Geburtstag meines Lebens feiern, hatte ich doch seit Singapur und ueber 30 Stunden Geburtstag. Ich und mein süßer (stimmt, sind ja wieder deutsche Tastaturen) Wombat Franz wurden herzlichst empfangen - am Flughafen wie auch zu Hause. Die Heimfahrt auf der "right side" der Straße war schon eine Rückgewöhnung, aber mittlerweile läuft auch das wieder. So schnell wie ich war mein Rucksack auf dem Londoner Flughafen leider nicht, weshalb er erst mit Verspätung per Post hier eingetroffen ist. Ich bin gesprintet und habe mich durch die Business-Abfertigungen gemogelt, um den äußerst knappen Flug nach Berlin zu erwischen. Meine Meinung von Qantas hat das (trotz gutem Kabinenservice) weiter abgebaut. Durch meinen Schlafmangel fühle ich mich noch ein wenig komisch, aber es ist gut, wieder da zu sein. Danke für den Empfang! Es gibt nun wieder absolut köstliches Essen, einen megavollen Free Food Shelf, auch Kühlschrank genannt, und im Hostelzimmer gibt es keine Doppelstockbetten, aber eigenes Fernsehen und Internet. Dennoch blicke ich heute auf eine richtig eindrucksreiche und wertvolle Zeit in Down Under zurück. Ein Video über die Reise ist in Arbeit. Ich danke allen Lesern für die Anstrengung, meine teilweise etwas ausufernden Texte zu lesen und verabschiede mich vorerst aus dem Blogleben. Wer einen letyten Gruß im Gästebuch oder Forum abgeben möchte, kann das natürlich gerne tun. Soweit - wir sehen uns live, euer Martininho.
Sonntag, 31.08. - Aus die Maus: Von den Blauen Bergen ins schoenste Land der Welt...
Australien ade! Das muss ich schon so drastisch sagen, stehe ich hier doch auf dem Flughafen in Sydney und warte nur auf meinen Flieger Richtung Heimat. Der hat sich leider um die Kleinigkeit von vier Stunden nach hinten verschoben. Wegen Verzoegerungen bei den Wartungsarbeiten, laut der Qantas-Frau. Es scheint als waere die Airline nach den neulichen Zwischenfaellen besonders vorsichtig. Mir solls Recht sein, hauptsache ich komme irgendwann an. Immerhin gibt es hier gratis Internet - ein Service, der von meinem frueheren Arbeitgeber Optus angeboten wird. Und einen $20 Essensgutschein gab es als Entschaedigung. Nobel geht die Welt... ach, lassen wir das.
Jedenfalls habe ich so die Gelegenheit, einen letzten Tagebucheintrag zu verfassen und die (bald nicht mehr so) weit entfernte Welt zu informieren. Am Donnerstag habe ich Coffs verlassen (was bei bewoelktem Himmel nicht schwer war) und habe mich zum letzten Mal in den Greyhound Bus gesetzt. 9 1/2 Stunden bis nach Sydney, der heimlichen Hauptstadt Australiens und offiziellen Hauptstadt von NSW. Hier kam ich dann um Mitternacht an. Der Bus fuhr auch gleich ueber die Harbour Bridge und ich konnte den ersten Blick auf das beleuchtete Operahouse erhaschen. Am Freitag war ich dann wieder frueh auf den Beinen und nach gratis Pancake-Fruehstueck war ich auf meiner Mission, die Stadt zu erkunden. Sydney ist auf jeden Fall um einiges groesser als Brisbane, dafuer aber auch irgendie unfreundlicher und teurer. Die Innenstadt mit ihrer umstrittenen Einschienenbahn war mein erstes Opfer. Es gibt hier - entschuldigt die Wortwahl - sauviele sauteure Boutiquen und auch einige (fuer australische Vrehaeltnisse) richtig alte Arkadenhaeuser. Kings Cross, das Party- und Vergnuegungsviertel musste natuerlich auch in Augenschein genommen werden. Hier gab es auch einige nette autohaeuser - Maserati, Lamborghini und Ferrari, um nur einige wenige zu nennen. Aber zurueck zur Innenstadt. Ich besichtigte hier den Sydney Tower, der den meisten unter dem Namen AMP Tower (war mal das groesste Gebaeude der Welt) ein Begriff sein muesste. Von oben hatte man einen schoenen Rundumblick ueber den Hafen samt Bruecke, die City bis hin zu den Straenden und dem Olympiapark von 2000. Auf meinem Rundgang zog es mich dann zum Circular Quay - dort legen die Fehren an und dort befinden sich Harbour Bridge und Opera House. Es ist schon ein gutes Gefuehl, ploetzlich live in dieser Fotoumgewbung zu stehen und in die Oper zu schauen. Von der Bruecke habe ich den Sonnenuntergang verfolgt um anschliessend die naechtliche Skyline Sydneys bestaunen zu duerfen. Der Tag war damit aber noch nicht vorbei, es ging noch zum Sydney Aquarium. Ich war ja schon in Townsville im Aquarium, aber Andy hat mir geraten, mir auch dieses nicht entgehen zu lassen. Er sollte Recht behalten. Gleich am Eingang gab es ein Becken mit 2 Schnabeltieren. Die waren nicht ganz so aktiv wie das in Brisbane und so sind hier einige (bald im Netz stehende) gute Bilder entstanden. Lustig war, wie die beiden miteinander gerauft und gespielt haben. Das beste Tier nach dem Wombat, ohne Zweifel. Riesige Wassertanks mit gigamntischen Haien, Rochen und Schildkroeten und natuerlich ein Great Barrier Reef Becken vervollstaendigten einen lohenswerten Besuch. Stolz bin ich darauf, am Abend gleich durch die grosse City zum Hostel zurueckgefunden zu haben.
Am naechsten Morgen wieder Weckerwecken. Es stand eine Tour zu den beruehmten Blue Mountains auf dem Plan. Es sollte eine der besten hier in Australien werden. Ein netter Busfahrer erklaerte uns die ganze Fahrt ueber richtig viel zur Stadt und den Bauwerken. Begruesst hatte er mich auf Deutsch. Zuerst fuhren wir zu einem Wildlife Park. Hier konnte ich Abschied nehmen von den vielen knuffigen australischen Tieren. Den Wombats widmete ich wieder die meiste Zeit. Kaenguruhfuettern und Koalafotos waren natuerlich auch dabei. Der Park vereinte echt alle Tiere, sogar grosse Adler und Eulen, die ich noch nicht gesehen hatte. Die Highlights waren aber die Albino-Kaenguruhs. Unglaublich suess sag ich euch. Dieser Zoo hatte echt alles zu bieten. die Kasenguruhs liefen neben den Emus und prachtvollen Pfauen frei herum. Besser als der Australia Zoo, wenn man nur die Anzahl der Tiere sieht. Viel Zeit blieb aber nicht, schliesslich waren die Blue Mountains das Ziel. Bei einem weiteren Stopp wurden wir vom Busfahrer in die Geheimnisse des Bumerangwerfens eingeweiht. Und was soll ich euch sagen - es funktioniert tatsaechlich! Jetzt aber waren wir wirklich zu den Blue Mountains gefahren und hatten vom 1000m hohen Aussichtspunkt uebrerragende Aussicht auf die sich unendlich unter uns ausstreckenden Eukalyptusberge. Ueber 80 verschiedene Eukalyptusarten wachsen hier - bis zu 80m hoch - und produzieren eine Dunstschicht, die sich ueber den Bergen ansammelt und im Licht blau schimmert. Durch die Hoehe und Winterkuehle erscheinen die Berge tatsaechlich besonders blau. Die Felsklippen und die Sandsteinformation der "Three Sisters" allein sind schon ihr Geld wert. Am naechsten Haltepunkt lief ich 1000 Stufen hinab auf den Boidfen des Tals und fand mich zwischen Baumfarnen und dichtem Eukalyptusregenwald wieder (so riecht es dann auch). Nach oben ging es danach per Selbahn, die aus der guten alten Schweiz kommt (ja, Doppelmayr). Abends fuehrte uns die Tour auch noch in den Olympiapark von 2000. Das ist schon eine riesieg Anlage, und all die Arenen liegen auf einer Flaeche. Das Olympiastadion wird heute noch fuer Rugby genutzt. Hier traf ich dann auch die Dragonfans wieder, die ja vor zwei Wochen in Scharen nach Brisbane gekommen waren. Zum Abschluss des Trips stand noch eine Fahrt in der Faehre durch den Hafen Sydneys an. Durch die Harbour Bridge, vorbei am Opaera House und so weiter. Beeindruckendes Nachterlebnis, koennte man sagen. Nachts habe ich dann noch alles gepackt und mich moralisch auf den abschied vorbereitet.
Heute Morgen brach ich zur letzten Unternehmung auf. Ich fuhr zum weltbekannten Bondi Beach (gesprochen Bondai). Hier ist das Suferparadies Sydneys und hinter dem Strand beginnen schon die Surferlaeden und Restaurants. Auch wenn die Sonne ihren Part verweigerte - ohne hier gewesen zu sein waere mein Sydneyaufenthalt nicht perfekt gewesen. Als ich per Shuttle den Flughafen erreichte, brach dann auch schon der Regen los und ergoss sich in einem handfesten Gewitter. Wettertausch Australien - Deutschland, Stufe eins, positiv! Hoffen wir das Beste fuer Stufe zwei: sonny Germany! Man spricht sich live im Mutterland, SERVUS!!!!!!!!!!!!!!
Mittwoch, 27.08. - Von den Kiffern nach Coffs
Gestern war ich auf einer Tagestour von Byron nach Nimbin. Die Tour hiess "Jim's Alternative Tour", was einiges vermuten laesst. Nimbin ist die Drogenhauptstadt Australiens und versorgt das ganze Land mit Gras. Die Stadt ist ein kleines Dorf mittem im nirgendwo zwischen Rinderfarmen und Urwald. Hier fand frueher immer ein Hippie-Festival statt. Irgendwann haben die Buerger entschieden, den Verkauf von Mariuhana in ihrer Stadt zu tolerieren. Es gibt ein besonderes Gesetz, dass die Polizisten in dieser Stadt nicht eingreifen muessen, wenn sie Leute kiffen oder sontige Drogen nehmen sehen. Und irgendwie scheint es sie auch nciht zu kuemmern. Seit 15 Jahren fahren taeglich Touristen dorthin, um sich das Hippiedorf anzuschauen und sich mit Gras in Joints, Kuchen oder Cookies einzudecken. Die Stadt wirkt, wie in den Sechzigern stehengeblieben und jeder Zweite versucht, einem auf der offenen Strasse etwas zu verkaufen. Voll abgedreht. Die Rueckfahrt war mit 20 gut versorgten Backpackern dann sehr heiter. Jim fuhr uns noch in den Urwald, wo ein Hippie 80ha Wald gekaufthat und nun dort im Dschungel lebt. Er baut Fruechte an und gestaltet "Kunstwerke" aus Muell. Da sah man die Wirkung des taeglichen stoned seins, der Typ laeuft den ganzen Tag im Pyjama rum. Immerhin bekamen wir wilde Fruechte, die echt gut waren, und leckere Macadamien, die hier ueberall wachsen. Nach dieser merkwuerdigen Bekanntschaft fuhren wir noch in einen Nationalpark, wo wir uns einen steilen Wasserfall anschauen konnten. Eine verrueckte Tour fand dann am Abend ein Ende. Mein Arbeitskollege, Paul aus Brisbane, ist auch nach Byron gekommen und so waren wir abends noch ein wenig unterwegs.
Heute bin ich nach Coffs Harbour gereist, einer schoenen kleinen Hafenstadt. Leider regnet es heute den ganzen Tag schon und so habe ich noch nicht viel unternehmen koennen. Aber mein Hostel ist absolut super, ich bin alleine in einem Sechsmannzimmer. Morgen klappt es fuer mich mit etwas Glueck doch noch fuer eine Whalewatching-Tour. Drueckt mir die Daumen!
Montag, 25.08. - Ein Ossi wird bei den Aussies zum Ossi
Servus aus Byron Bay. Ich bin nun zum erstenmal ausserhalb Quenslands unterwegs und habe auch "Sunshine" ohne den "State". Byron ist ein kleiner, idyllischer Ort. Ein beliebtes Touristenziel wie Airlie, aber zur Zeit absolut nicht ueberfuellt. Alles, was man braucht, ist da (inlusive Woolworths, was in Airlie fehlte). Mein Hostel liegt zum erstenmal direkt am Strand. Man geht 20m ubere die Duenen und steht an einem der natuerlichsten Straende, die man sich denken kann. Ein absolutes Gegenteil zu Surfers. Keine Haeuser in Sicht, keine Promenade, der Strand ist unglaublich breit und geht in Regenwald ueber. In der Frene schimmern die Berge. Die Wellen sind hier noch ein wenig heftiger wie in Surfers und so ist Byron Bay das wahre Paradies der Surfer, die sich hier in Scharen treffen. Es macht Spass, denen zuzuschauen und ich ueberlege, einen Tageskurs im Surfen zu machen. Aber nicht heute. Ich wollte eine Whalewatching- oder Delphinkajaktour machen, aber der Winmd war zu gefeahrlich. So blieb ich zunaechst am Strand und warf mich wieder in diese Bilderbuchwellen. Wenn das Wasser ueber einem zusammenschlaegt, verliert man jede Kontrolle und wird wild umhergeschleudert, bis man am Ufer wieder zu sich kommt. Jede Achterbahn ist nichts dagegen. Nach einer halben Stunde ist man allerdings tot, da man staendig gegen die Stroemung ankaempfen muss, um bis zu den grossen Wellen vorzudringen. Nachd em Baden wanderte ich zum Cape Byron. Hier oben auf den Klippen befindet sich ein Leutturm und man hat einen Weitblick ueber die Kueste und das Meer, postkartentauglich. Hier war ich nun auch am oestlichsten Punkt des australischen Festlandes, was die Ueberschrift erklaert. Ein weiterer Sonnenuntergang wurde bewundert, bevor es zurueck in die Stadt ging, um euch nicht im Dunkeln ueber meine Reise zu lassen. Morgen bin ich ncoh einen Tag hier, bevor es mich unweigerlich suedlich zieht.
Sonntag, 24.08. - The Gold Coast
Eine Stunde suedlich von Brisbane liegt die absolute Tourismus-Hochburg Australiens. Queensland ist stolz auf seine Gold Coast, dem weltbekannten Urlauberparadies. Die Gold Coasst isst ein Kuestenstreifen, der durch seinen breiten und kilometerlangen Sandstrand mit exzellenten Surfbedingungen glaenzt. Hinter dem Strand reihen sich die Hochhaeuser aneinander, Hotelblock neben Apartementgebaeude. Die Skyline sieht fast bessser aus als die Brisbanes. Einige Stadte gibt es hier an der Gold Coast - auch wenn sie nur durch Ortsschilder zu unterscheiden sind, da sich die Beabauung bis an die Grenze zu New South Wales wie ein Faden zieht. Die Hauptstadt ist die bekannteste dieser Holidaytowns: Surfers Paradise. HIerhin hat es mich fuer heute verschlagen. Bei meiner Ankunft frueh morgens wurde ich gleich von ersten Teilen der Rennstrecke begruesst. Jedes Jahr im Oktober finden hier Indy 500 und andere Rennen statt, jeder Gran Turismo Fan wird die Strecke in der Innenstadt von Surfers Paradise kennen. Zu der Zeit wird die ganze Stadt zu einer einzigen Partymeile. Ich bin also leider zur falschen Zeit da und habe nur erste TRibuenen und Streckenbegrenzungen gesehen. Ich habe einen Tag am wunderschoenen Surfstrand genossen und bin die Promenade entlanggestreift. Ein wenig Shoppen durfte hier natuerlich auch nicht fehlen. Die Wellen waren wieder umwerfend, im wahrsten Sinne des Wortes. Mir haben die Wellen ja schon seit Rainbow Beach gefallen, aber hier war alles nochmal eine Nummer groesser. Nachdem die Stroemung mich wieder einmal hunderte Meter den Strand entlaggerissen hatte, musste ich gute 10 Minuten laufen, ehe ich mein Handtuch wiedergefunden hatte. Am Abend war ich schliesslich auf dem Q-Deck. Der Q-Tower ist mit 322m das groesste Wohngebaeude der Welt und auch Australiens hoechtes Bauwerk. In der Weltrangliste der hoechsten Gebaeude liegt er immerhin noch auf Platz 20. Mit einem Highspedlift ging es in 43s die 77 Stockwerke nach oben. Hier hatte man einen 360-Grad-Blick ueber die gesamte Haeuserkulisse der Gold Coast. Ploetzlich blickt man von oben auf die riesigen Hotel hinab, zu denen man vor Minuten noch ehrfuerchtig aufgeschaut hat. Einfach irre. Ich wartete hier den Sonnenuntergang ab und nachts sah das ganze nochmal so schoen aus. die Strassen wurden zu gleissenden Adern einer neonlichtgefluteten Grossstadt. Das Nachtleben, wofuer Surfers bekannt ist, habe ich dann auch noch ausgetestet. Ich wollte natuerlich das erste F1-Rennen in Valencia sehen und suchte nach der entsprechenden Bar. Mein erster Versuch scheiterte, weil der Club keine europaeischen Ausweise akzeptierte (sowas ist mir hier auch noch nicht passiert!) und ich meinen Reisepass nicht mitgeschleppt hatte. Ich habe aber dennoch eine nette Bar gefunden und man hat mir extra die Formel 1 angeschaltet. Auf einem grossen LCD konnte ich so Massa beobachten, wie er Hamilton in Grund und Boden fuhr. Nicht schlecht. Daher war meine Stimmung gut und der Abend war genial.
Samstag, 23.08. - Football Diploma
Wieder einmal musste ich dem Drang, selbst an einem freien Tag wie diesem nicht auszuschlafen, nachgeben. Grund war das anstehende Fussballturnier an der Universitaet Sharoms, einem meiner (nun schon monatelangen) Fussballmates. Morgens 7.30 trafen wir uns alle in seinem Apartement. Unser Team sollte aus den 10 Spielern bestehen, die sich jede Woche im Park getroffen hatten. Die Jungs hatten natuerlich auch einige Maedels dabei, die fuer Fotos und Jubeln verantwortlich waren. Sharom hat die Gestaltung eines eigenen Trikots fuer den heutigen Anlass uebernommen. Auf die Praesentation dieses Dresses hatten wir alle schon Wochen gewartet und nun war es soweit. Unser Team nennt sich die "Blitz Krieg Bostonians". Das deutsche Wort Blitzkrieg bedeutet im Englischen heute nur noch "Angriff" oder "Attacke" und hat mit der eigentlichen Bedeutung nicht mkehr viel gemein. Dennoch witzig, dass wir einen deutschen Namen auf dem Trikot haben. Die Bostonians sind wir, weil die meisten von uns in den "Bostonian Apartements" in der Innenstadt Brisbanes wohnen. Voellig zentral und richtig nobel mit LCD TV und moderner Kueche war das Apartement. Nun wurden also die Jerseys ausgeteilt und ich muss sagen, dass ich echt ueberwaeltigt war. Ein richtig edles Trikot mitsamt Namen und Nummer zeichnete unser Team heute aus. Da ich keine Fussballschuhe mithatte, haben Sharom und die anderen zusammengelegt und mir als Abschiedsgeschenk ein Paar gekauft. Irgendwie war ich von ihren Bemuehungen geruehrt, es war alles perfekt durchorganisiert - von den Trikots (mit Hosen) bis zu den Pausensnacks fuer das Turnier. Jenes fand auf dem Sportplatz der etwas ausserhalb gelegenen Uni statt und es wurde 6 vs 6 auf kleine Tore gespielt. Es gab gestellte Schiedsrichter und es schauten sogar einige Scouts der umliegenden Fussball- aehm - Soccerteams zu. An dem Turnier nahmen insgesamt 5 Mannschaften teil und alle schienen genauso vorbereitet zu sein wie wir. Wir bestritten gleich das erste Spiel gegen die Favoriten. Nach 5 Sekunden lagen wir nach einem kollektiven Schlafstart und einem aeusserst ungluecklichen Gegentreffer 0:1 hinten. Danach besannen wir uns unserer Staerken und waren forthin das bessere Team. Lediglich vor dem Tor scheiterten wir bei einigen Grosschancen knapp. Am Ende gelang es uns trotz einer engagierten 2. Halbzeit nicht, aus den Moeglichkeiten mehr zu machen. So blieb es bei dem Ergebnis und unsere hohen Erwartungen wurden gedaempft. Im zweiten Spiel liessen wir keinen Zweifel daran, wer hier gewinnen will und die Kombinationen flossen nun geschmeidiger dahin. In Haelfte eins gelang mir dann mit einem Schlenzer der Fuehrungstreffer. Obwohl wir danach weiter aufspielten, gewannen wir nur mit einem Tor Vorsprung. Auf diese kleinen Tore ist es eben schwer, eine echte Torchance zu erarbeiten. Im dritten Spiel sah es anfangs gut fuer uns aus, aber erneut scheiterten wir am Abschluss. Wir waren fast nur in der Offensive, aber bei diesem kleinen Spielfeld durchbricht man eine abwehr nicht so leicht. Durch einen Abwehrfehler kassierten wir ein sehr dummes Gegentor. Die anschliessenden verzweifelten Sturmlaeufe blieben gluecklos und so war die Chance auf das Finale verpielt. Da wir aber durchaus sehenswerten Fussball gezeigt hatten, war die Stimmung weiter super. Im letzten Spiel schien uns Fortuna dann gnaedig zu sein. Das Spiel begann zaeh, doch in der Mitte der ersten Halbzeit gewannen wir zusehends die Oberhand. Nach einem Dribbling sah ich schliesslich Sharom frei und brachte den Ball irgendwie zu ihm. Er machte seine vorherigen Fehlversuche wieder gut uns schoss ein schoenes 1:0. Erleichterung. Keiner war gekommen, um hier zu verlieren. Der Bann war nun gebrochen und es schien alles perfekt zu laufen. Danny und Sharom sorgten mit ihren Toren fuer das hoechte Ergebnis des Turniers. Alle waren wieder happy und es wurde gut gejubelt. Am Ende waren wir verdienter Dritter, und auch wenn fuer uns mehr drin gewesen waere - ein super Turnier. Gewonnen hat unser erster Gegner.
Nach dem Turnier erledigte ich letzte Brisbane-Einkaeufe, nahm Abschied vom Roma Street Parkland und packte nach (wie lange war das jetzt) ca. 6 Wochen einmal wieder alle Belongings in den immer zu klein erscheinenden Rucksack. Abends traf ich mich noch einmal mit allen Fussballern. Wir gingen Essen in ein Sigaporisches Resaturant und ich habe die Nationalspeise der Brunei probiert. Richtig gut, Leute. Das war das mit Abstand beste Essen in Australien soweit. Dazu habe ich einen Milktea bekommen, das hat aber mit englischem Tee nichts zu tun. Der war irre lecker und ich muss zusehen, so einen auch irgendwo in Deutschland zu finden. Ohne, dass ich es wollte, wurde mir das Essen ausgegeben. Da kennen sie nichts, Gast ist Gast. Syhami, ein Liverpool-Fan, der immer Chelseatrikots traegt, weil er einfach das Dress gut findet, ueberraschte mich dann auch noch. Damit ich mich an ihn erinnere, schenket er mir eins von seinen ueber 10 Chelseajerseys. Ich sollte an Liverpool denken, wenn ich es trage. Ich hatte immer auis Spass mit ihm geschimpft, dass er so ein Dress nicht anziehen soll, und nun trug ich es selbst. Ich haette nie gedacht, dass ich einmal freiwillig das Trikot meines absoluten Hass-Vereins ueberstreifen wuerde. Aber so eine Situation aendert alles, hehe. Uebersatt und guter Laune machten wir uns dann auf in Sharoms Apartement, wo es die Bilder des Turniers zu sehen gab. Es wurde noch Wii gezockt und Schicha geraucht bevor es in eine Bar in der City ging. Dort haben wir zusammen Liverpool vs Middlesbrought geschaut. Die Jungs haben eine wahnsinns Stimmung gemacht, die meisten sind mit Leib und Seele Reds. War ja auch ein spannendes letze-Sekunde-2:1. Bei der Verabschiedung waren sie genauso traurig wie ich, dass ich gehen muss. Irgendwann wuerden wir nochmal zusammen spielen, sagtenm wir uns. So ging mein letzter Abend in Brizzy zu Ende...
Freitag, 22.08. - More(ton) (s)an(d) Island
Geschafft! Das Arbeiten hier in Down Under ist in deisem Moment vorbei und ich bin gleich ins Internetcafe geeilt, um es der ganzen Welt da draussen entgegenzuschreien. Heute war ein ziemlich relaxter letzter Arbeitstag. Es wurden ein paar Abschiedsfotos gemacht und als letze Ehre fuer mich und Paul, der heute auch aufhoert, bestelte man zum Lunch sogar Pizza von Dominos. Heute habe ich zwei unserer Nachfolger eingewiesen. Die deutschen Zeiten hier sind vorbei, nun kommen ein Inder und ein Englaender (na dann viel Glueck, Abel!). Einen Tag vorher hat Paul auch schon einen Neuen eingewiesen. Einen Hollaender. Er fragte ihn, ob er einen Truck fahren koenne, woraufhin der Hollaender erwiederte, das waere doch kein Problem. Er sollte also den Truck ungefaehr 10m weiterfahren und um die Ecke parken, um Platz zu schaffen. Bei der Kurve verliess unseren Nachfolger wohl das Fahrgefuehl. Er nahm die Kurve viel zu eng und riss nicht nur die Seite des Trucks auf, sondern riss auch noch einen Metallpoller aus seiner Verankerung im Betonboden und beschaedigte die Hausecke. Er darf nun hier arbeiten - muss aber wohl eine Woche fuer seine erste Stunde am Tag vor dem ersten Arbeitstag arbeiten. Mir und Paul kann es egal sein, wir haben die Autos heil gelassen und waren raus hier. Das waren nun die letzen verdienten australischen Dollars, es wird also Zeit, sie schnell wieder loszuwerden.
Einen ersten Schritt in diese Richtung habe ich an meinem Wochenende gataetigt. Fuer Mittwoch hatte ich eine Tagestour nach Moreton Island vor der Kueste Brizzys gebucht. Eigentlich wollte ich erst am Donnerstag dahin, aber die Tour wurde nur mittwochs durchgefuehrt - zu meinem Glueck, wie sich herausstellen sollte. Der Grund, warum ich erst donnerstags fahren wollte war, dass ich erst einmal einen Tag ausschlafen wollte. So aber ruettelte mich mein Handy wie immer um 6 Uhr wach und um 7 bestieg ich den Safaribus im Zentrum Brisbanes. Es war ein umgebauter Allradtruck mit einem Glasdach und grossen Scheiben. Mit ihm fuhren wir zum Port of Brisbane, wo wir auf eine grosse Faehre ueberwechselten. Die Ueberfahrt dauerte eine Stunde, in der wir die Landschaft um Moreton Bay und bei Bedarf auch das im Tv gezeigte Olympiaprogramm anschauen konnten. Im Hafen lag ein Cargoschiff mit jede Menge HamburgCargo Containern kurz bevor es seine 2 monatige Deutschlandreise antrat und ich wunderte mich, ob mein Paket vielleicht irgendwo dabei ist. Das Wetter war heute wie bestellt - dank der klaren Sicht konnte man die Insel schon von weitem sehen. Es ist uebrigens die drittgroesste Sandinsel der Welt, womit ich die Top 3 dann auch abgeschlossen haette. Am Ufer wurden wir zuerst von den Tangalooma Shipwrecks begruesst, 5 verrosteten Schiffsresten von einem Massencrash auf See. In diesem Punkt konnte Moreton seinen grossen Bruder Fraser schon einmal schlagen. Von Weitem waren auch schon die riesigen Sandhuegel zu sehen, auf der Insel gibt es auch davon die groessten der Erde. Es bot sich also an, als erstes Sandboarden zu gehen. Wir fuhren also in ein Gebiet, das sich "The Desert" nennt. Die Wueste wurde seinem Namen gerecht und erwies sich als offene Sandlandschaft. Ich war gleich der erste, der auf dem flachen Sandboard die Duene hinuntergestossen wurde. Kopfueber rast man dann den glatten Sand hinab und wir immer schneller. Man ist in dem Moment nur bemueht, das Board vorn hochzuhalten, um nicht in den Genuss zu kommen, in den feinen Sand zu tauchen. Einige aus unserer Truppe mussten diese leidige Erfahrung machen und rutschten, nachdem sie das Board verloren hatten, auf dem Bauch weiter. Nach drei Abfahrten war ich wegen der fehlenden Lifte aber auch geschafft genug, um dankbar wieder in meinen Sitz im Truck zu fallen. Wir fuhren dann mitten durch die Insel an die denm Pazifik zugewandte Ostkueste. Unser Guide und Fahrer erzaehlte uns einiges ueber die Flora der Insel und ueber die Braeuche der hier einmal lebenden Aborigines. Ich hielt Fraser ja schon fuer ziemlich huckelig zum Fahren, aber das hier uebertraf noch einmal alles. Der riesige Truck wippte natuerlich auch dankbar mit und ohne sich anzuschnallen waeren wir gegen die Decke geknallt. Irgendwann erreichten wir dann jedoch den Surfstrand und die gewohnte Pracht der australischen Straende zeigte sich wie (falls man das ueberhaupt so geringschaetzig sagen sollte) gewohnt. Am Strand konnten wir uns etwas entspannen. Unser naechstes Ziel war Cape Moreton, ein Aussichtspunkt beim alten Leuchtturm. Dieser sieht aus wie aus dem Bilderbuch und steht da schon seit 1830. Man hatte von oben einen berauschenden Blick. Es zeigten sich auch wieder Wale, diesmal naeher an der Kueste als auf Straddie Island. Schon ein Erlebnis, diesen Riesen zuzuschauen. Als wir genug geshen hatten, ging es an einen kleineren Badestrand. Da es so heiss war, wie schon lange nicht mehr, sprang ich sofort ins Meer. Tuerkises Meer, blauer Himmel, ueber einem Adler, am Strand Pelikane und hinter einem blitzen immer wieder die Schwanzflossen der Wale auf. Was will man mehr? Am Strand liefen die Pelikane sogar auf einen zu, in der Hoffnung auf Futter, das ihnen nicht zu selten der weiter oben ungeduldig kreisende Seeadler wegschnappte. Die Moewen trauten sich nur ganz selten dazu. Nach einer erfrischenden Runde Schwimmens gab es Lunch - Sandwiches und dazu leckere Fruechte, von denen mir besonders die Rock Melon mundete. Frisch gestaerkt waren wir bereit fuer die naechste "Springuebung" zur Blue Lagoon. Dies war ein Suesswassersee, der komplett von Regenwald und Schilf umgeben war und nur einen winzigen, aber umso idyllischeren Strand hatte. Man konnte sogar das Wasser des Sees trinken und es schmeckte besser als australisches Leitungswasser. Unser Guide tauchte dann zu bestimmten Pflanzen am Ufer, die einen Schlamm produzieren, der gut fuer die Haut sein soll. Manipulierbar, wie wir Touristen nun mal sind, schmierten wir uns also alle den stinkenden Schlamm ins Gesicht und warteten, dass er trockente, um dann beim Abwaschen die pure Reinheit zu erleben. Klar, wenn man gerade noch schwarzen Schlamm in der Fresse hatte, fuehlt sich die Haut danach besser an. Naja - man kann ja an den Effekt glauben, lustig war es allemal. Auf dem Rueckweg zur Faehre bekamen wir wieder einmal eine tierische Besonderheit zu sehen - den groessten aller lebenden Adlerarten, welcher auch hier auf der Insel heimisch ist. Wir hatten ihn schon zuvor im kleinen Museum beim Leuchtturm gesehen - ausgestopft natuerlich. Ich habe mich darunter gestellt, und meine Arme ausgebreitet. Der Adler hat gewonnen. Am spaeten Nachmittag fuhren wir auf der Faehre zurueck nach Brisbane. Begleitet wurde unser Schiff dabei von einigen Delphinen, denen das schaeumende Fahrwasser unserer Faehre reichlich Spass zu machen schien. Als wir uns dem Hafen naehreten, sah ich zum erstenmal die Skyline Brisbanes. Bisher wusste ich gar nicht, dass man die Stadt vom Ozean aus sehen kann.
Der naechste Tag war bewoelkt - und ich froh, schon auf Moreton gewesen zu sein. Nichtstun wollte ich aber natuerlich nicht, also nahm ich den Bus nach Redcliffe. Dies ist eine kleine Stadt am Moreton Bay und auch die erste Siedlung weisser Eroberer in Queensland gewesen. Hier gab es eine 15km lange Strandpromenade, deren Grossteil ich abgelaufen bin. Es gab hier nicht ganz so traumhafte Straende, da die Kueste hier ja nicht direkt an den Ozean grenzt. Dennoch war alles super angelegt. Es gab eine kuenstliche Lagoon und auch wieder ein Schiffswrack. Um 4 Uhr nachmittags wollte ich dann mit dem Bus wieder in die Stadt fahren, um noch einiges zu erledigen, da ich ja Sonntag aufbreche. Leider wollte der Busfahrer nicht ganz mitspielen und fuhr ohne sich umzuschauen an der Haltestelle vorbei. Ich zurueck an den Strand. Der Bus eine Stunde spaeter war ganze sechs Minuten zu frueh und wartete leider nicht, bis ich meine Sachen zusammengepackt hatte, um zur normalen Abfahrtszeit loszufahren. Der letzte Bus in die Innenstadt sollte es also werden. Ihr habt Glueck, denn durch diese Zufaelle konnte ich einen der schoensten Sonnenuntergaenge verewigen. Siehe Galerie. Leider nahm der Busfahrer des letzten Busses meine verzweifelten Versuche, mich am Strassenrand vor der Haltestelle mit beiden Armen bemerkbar zu machen, nicht wahr und fuhr ohne ueberhaupt das Tempo zu verringern vorbei. Soviel mal wieder zu australischer Verlaesslichkeit. Jetzt wird mir klar, warum sie im Radio bei der Miele-Werbung immer von der "German Reliability" sprechen. Nachdem ich die Nahverkehrsinfo angerufen hatte, schoepfte ich wieder Hoffnung. Ich erwischte schliesslich den naechsten Bus (der wieder 5 Minuten zu frueh war, aber diesmal war ich auf alles gefasst) und der brachte mich zu einem Bahnhof in der ganz anderen Richtung, von wo aus dann ein Zug in die City ging. Viel vom Tag hatte ich dann nicht mehr. Interessant aber war, dass ich in meinem nun doch noch erwischten Bus ein Kind sah, dass ich die ganze Zeit anstarren musste. Es sah aus wie der kleine Christian, zum verwechseln aehnlich. Nur dass er natuerlich Englisch geredet hat.
Heute war ich noch ein wenig shoppen und morgen steht dann das mit Spannung erwartete Fussballturnier an, in dem unser brunai-malaysia-deutsches Team nicht enttaeuschen darf. Bis dahin, es gruesst der Martin.
Sonntag, 17.08. - Squischee und Internet
Ich sitze hier auf Arbeit und trinke das, was man bei den Simpsons im Kwik-E-Mart kauft: einen bunten Squischee. Der wurde mir genauso von meinem Arbeitskollegen ausgegeben wie der Meatpie und die Coke, die ich dazu verzehre. An faulen Tagen wie diesen, wenn alle Autos im Umlauf sind, werden Paul und ich dann auch schon mal per Auto in den 100m entfernten Shop geschickt, um fuer alle Energydrinks und andere suesse Leckerlies zu besorgen. Wir koennen uns dann schoen Zeit lassen und fahren eine laessige Runde in un(bedingt) verantwortlichem Tempo durch die Innenstadt. Ich liebe es, fuers spassige aber sinnlose Rumcruisen bezahlt zu werden.
Am Freitagabend war ich endlich im Suncorp Stadium, das nur 3 Minuten Fussweg von meinem Hostel entfernt ist. Interessant ist, wie die Strassen ums Stadion am Spieltag gesperrt werden um extrabreite Fusswege einzurichten. Das Ticket war mit 19$ echt guenstig. Es spielten die Brisbane Broncos in der Rugby League gegen die Dragons. Das Stadion ist das modernste Australiens und war durchaus gut gefuellt, wenn auch nicht ausverkauft. In einem spannenden Spiel unterlagen die Broncos am Ende mit 24:20, was fuer Rugby ein hohes Ergebnis ist. So ein Spiel ist eine gute Show, mit vier Cheerleaderteams, einem Pferd, das bei Treffern des Heimteams mitsamt Fahne herumgalloppiert und etlichen Menschen, die als Maskottchen verkleidet herumlaufen. Es gibt auch ein kleines Feuerwerksteam, das bei jedem Try Raketen abschiesst. Die Stimmung beim Spiel kann man jedoch nicht mit der Bundesliga in Deutschland vergleichen. Es ist eher ein Familienausflug, wenn man hier Rugby schauen geht. Richtig laut wird es nur, wenn ein Team tatsaechlich punktet - und komischerweise scheint es auch keine Rolle zu spielen, welches Team das ist. Bei Punkten des Auswaertsteams springt das halbe Stadion auf, da die Fans der verschiedenen Mannschaften kreuz und quer verteilt sitzen, ohne Zaeune und Polizei (was wiederum besser ist als im Fussball). Emotionen wie bei einem Bundesligaspiel kommen irgendwie trotzdem nicht auf. Seis drum, das Spiel war gut und das Stadion allein war schon einen Besuch wert.
Gestern war ich wieder zum Fussball im Park. Naechsten Samstag mache ich mit meinen Freunden bei einem Uni-Turnier mit, also haben wir etwas Taktik einstudiert. Fuer naechste Woche ist auch schon ein eigenes Trikot in Arbeit. Das Turnier (und hofentlich die anschliessende Feier) wird meine letzte Aktion hier in Brisbane sein. Meine Arbeit endet bereits am Freitag. Danach geht es ueber Surfers Paradise, Byron Bay und einigen noch unklaren Orten nach Sydney. An meinem Wochenende (Mittwoch und Donnerstag) schiebe ich eventuell noch einen Tagesausflug dazwischen. Genau zwei Wochen Australien liegen nun noch vor mir...
Freitag, 15.08. - Wieder mal Insulaner
Schoene Gruesse aus meinem gerade verstrichenen Wochenende. Waehrend ich am Mittwoch faul war und nichts Besonderes unternommen hatte, ging es gestern schon um 7 aus den Federn. Per Zug, Faehre und Bus fuehrte mich mein Tagestrip dann auf North Stadbroke Island, einer der Inseln vor der Kueste Brisbanes. Die Insel ist eine der groessten Sandinseln der Welt und aehnelt ein wenig Fraser Island. Auf der Insel gab es einen bekannten Aussichts-Weg, der an gigantischen Felsklippen und Buchten, die an Fjorde erinnerten, entlangfuehrte. So einen Wellengang wie hier habe ich noch nicht erlebt. Das Wasser hatte hier fast dieselbe geniale tuerkisblaue Farbe wie auf den Whitsundays und schlug mit immenser Wucht gegen die Felsen. Eine Felsformation hatte in der Mitte ein Loch, und bei jeder Welle schleuderte es das Wasser da durch und man konnte ein lautes Pfeifen hoeren, das wie das der Wale klang. Nichts gegen Deutschland, aber da kann der Fels in der Brandung der Wuerttembergischen einpacken. Die Landschaft war wieder einmal genial und es tat gut, nach dem taeglichen Stadtleben wieder einmal die Traumstraende zu sehen, fuer die man schliesslich im Lande ist. Auf meinem Weg um und ueber die Felsklippen bekam ich dann einige der Tiere zu sehen, die in meiner Liste noch fehlten. Zuerst zeigte sich eine sechsfloessige Gruppe von Delphinen, die durch die Wellen immer wieder hervorschimmerten. Ich filmte und beobachtete sie eine Weile, bevor ich weiterzog und in einer steilen, felsigen Bucht eine Loggerhead-Schildkroete entdeckte. Dann ging es wieder auf die Klippen, Delphine schauen. Ich traf hier wieder eine nette australische Familie, die mir selbstgebackene Plaetzchen anboten und mich auf die Wale weiter ausserhalb aufmerksam machte. Die Walsaison ist gerade auf ihrem Hoehepunkt und die Buckelwale ziehen aus der Arktis zum Graet Barrier Reef zum Kalfen. Sie Schnauben um Luft zu holen und erzeugen riesige Wasserfrontaenen, wenn sie die Schwanzflosse aufs Wasser klatschen lassen. Das sieht man dann ganz gut vom Festland aus. Waehrend es in praller Sonne und wieder ueber 23 Grad Lunch gab, liefen die Delphine dann zu Hoechstform auf. Sie surften in den Riesenwellen, um dann je nach Bedarf nach vorne oder auch rueckwaerts aus der Welle zu springen. Mann, die Viecher koennen Hochsprung! Flipper laesst gruessen! Verwundert waren wir, als ein einzelner Delphin ungewoehnlich lange unter Wasser blieb und auch erstaunlich nah am Ufer schwamm. Als er auftauchte, bemerkten wir unseren Irrtum - es war kein Delphin, sondern ein Dugong. Diese Tiere sind etwas groesser als Delphine und sehen aus wie Walrosse. Eines der noch 600 ueberlebenden Tiere zu sehen war wahres Glueck, wenn die Tendenz weitergeht wird es sie blad nicht mehr in freier Wildbahn geben. Es frisst naemlich nur bestimmtes Seegras. Es sah irgendwie urzeitlich aus und tauchte alle 30m zum Luftholen auf. Meine Tierkunde wurde dann noch mit einem Seeadler abgerundet, der auf Nahrungssuche direkt ueber mir am Strand flog.
Ich habe noch einige ebenso versteckte wie verlassene Straende besucht, bevor es mich an den von Lifeguards gesicherten (man weiss ja nie wie die Stroemung ist - und hier gab es genug scharfe Felsen) Main Beach zog. Der Main Beach der Insel sah genauso aus wie der auf Fraser, mit dem Unterschied, dass man hier baden kann, weil es weniger Haie gibt. Da es echt warm war und die Wellen in diesem kleinen Paradies mehr als verlockend waren, sprang ich schliesslich nach anfaenglichem Zoegern in die mittlerweile kalten pazifischen Fluten. Es fuehlte sich genauso gut an wie es aussah: Man wirft sich einfach in die tuerkisen Monsterwellen (eigentlcih hat man auch keine Wahl) und laesst sich dahinreissen. Hier war der Unterstrom (Rueckstrom) der Wellen schon so stark, dass man es nicht schaffte, auf den Beinen zu bleiben. Welche Kraft diese Schoenheiten haben koennen! Nach 30 Minuten begeisterten Wellenkampfes kam ploetzlich der Lifeguerd auf dem Surfboard zu mir - sie wuerden den Strand jetzt schliessen, weil die Flut kaeme und die Stroemung zu gefaehrlich wuerde. Erst jetzt merkte ich, dass ich meilenweit von dem Punkt entfernt war, an dem ich ins Wasser gengangen war. Durch die Wellen haette ein Zurueckschwimmen zu lange gedauert, also haben wir uns zu zweit aufs Board gesetzt und sind zurueck gesurft. Jetzt war ich froh, im bewachten Gebiet baden gegangen zu sein. Es hatte sich jedenfalls maechtig gelohnt, solche Wellen in so einer traumhaften Gegend hat man selbst hier nicht alle Tage. Abends fuhr ich mit der Faehre in einen der schoensten vorstellbaren Sonnenuntergaenge. Ein absolut perfekter Daytrip (wenn man mal von der verlorenen Kamera-Speicherkarte und damit dem Verlust von vielen schoenen Bildern von der Insel absieht)! Und alles fuer nur knapp ueber 30 Dollar, da selbst geplant und durchgefuehrt. Mal sehen, wo es mich naechstes Wochenende hinzieht...
Jetzt steht zunaechst die Arbeit an - heute hat es gleich super angefangen, als ich morgens an der Ampel neben einem Nissan Skyline GT parkte und ihm anschliessend die Ruecklichter zeigte. Am Samstagabend habe ich auch einen - richtig schoen getunten - Skyline gesehen, und da gerade der Besitzer kam, bot es sich an, ein wenig zu fachsimpeln. Einmal Probesitzen inklusive. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass es von diesem Wagen nur 10 in Europa gibt. Das Exemplar hier stammte aus Japan, ein 12.000 Dollar-Import (!), der Besitzer aus Dubai - schoenen Gruss an Paul, ich konnte mit ihm dank dir ueber Dubai plaudern. Die Fotos davon waren leider auf der verlorenen Speicherkarte. Probleme habe ich derzeit auch mit meinem USB-Stick und einem (wahrscheinlichen) Virus. Aber was tut man nicht alles, um die Homepage weiter zu fuettern...
Samstag, 09.08. - Vom Lehrling zum Lehrer
Mein bisheriger Arbeitskollege, der Richard, hat aufgehoert und heute durfte ich an seine Stelle seinen Nachfolger einweisen. Es ist - wie sollte es auch anders sein - wieder ein Deutscher, ein Berliner um genau zu sein. Da ich diese Woche fast die gesamte Zeit allein war, gab es viel zu tun und ich habe eine 60-Stunden-Woche hinter mir. Ich wurde in die Qualitaetspruefung eingefuehrt und gebe jetzt auch Autos an Kunden raus. Ab und zu wird mal ein Reifen gewechselt oder ein Kunde vom Hotel abhgeholt. Ausser Arbeiten, Schlafen und Essen gibt es nicht viel was ich an solchen Tagen noch tue. In meinem Hostel gibt es mittlerweile eine Gruppe von Leuten, die alle hier arbeiten - von der Fleischfabrik bis zu Industrieregaleaufbauer. Man koennte also erwaehnen, dass ich die anderen Arbeiter meines Hostels ind die Geheimnisse des Knackspielens eingeweiht habe. Das Spiel hat unzaehlige Namen - Schnauz, Schwimm, 31, Schnauzer - aber es ist nunmal Knack. Gestern Abend gab es zur Prime Time die Eroeffnungszeremonie aus Beijing live im TV. Ein ordentliches Fest haben die Chinesen da hingelegt, ich haette gerne den Riesen-LCD aus der Show im Garten stehen. Heut gab es nicht viel zu tun, alle Autos verliehen und so habe ich schon nach 7 Stunden frei. Nachher geht es wie immer zum Fussball. Viel Spass beim Olympia-Schauen, euer Martin!
Samstag, 02.08. - Freeway Fury
So stellt man sich das Arbeiten vor! Ich schreibe gerade von der Arbeit aus. Es ist heute nichts los, der Chef ist schon zu Hause und so surfe ich hier ein Wenig im Internet, schreibe SMS und weiss gar nicht auf welche Seiten ich noch alles schauen soll. Dafuer wollte ich schon immer mal bezahlt werden...
Was koennte ich denn heute mal schreiben, bin doch fast schon in einer Art Alltagstrott hier in Brisbane. Naja, habt ihr euch schon immer einmal gefragt, wei man aus einem Getraenk beliebig viele macht? Ich habe die Antwort auf eure schlaflosen Naechte: Man kauft sich hier in Brisbane bei Biurger King (heisst hier Hungry Jack's) ein kleines Getraenk, hebe den Becher auf und komme wieder wann immer man will - zur gratis Refill-Station. Der Becher ist jetz fester Bestandteil meines Rucksacks und zum Glueck liegt der Hungry Jack's auf dem weg vom Hostel zum Park und umgekehrt...
Heute habe ich einige Fahrzeugtransporte zu den Stellen in den Aussenbezirken Brisbanes durchgefuehrt. Daher gab es fuer mich heute die australische Freeway-Premiere. Es ist schon ein mulmiges Gefuehl, sich im totalen Verkehrschaos auf der falschen Seite auf einem vierspurigen Motorway wiederzufinden. Ich wurde mit einer Googlemap ausgestattet und hatte dann meinen Weg zu finden. Ich war erfolgreicher als ich angenommen hatte und fand mein Ziel auf Anhieb. Ich hatte ein paar schoene Panoramen auf meinem Weg aus der Stadt. Ueberholen auf der rechten Spur macht auch Spass, man fuehlt sich ein wenig wie ein Falschfahrer auf deutschen Strassen. Ein guter Grund, in die Heimat zurueckzukehren, ist allerdings die Geschwindigkeit dieser Ueberholvorgaenge. Weite Teile des Freeways sind auf 70 oder 80 beschraenkt und dann "kriecht" man mit maximal 100km/h an allen anderen vorbei.
Aber ich will mich nicht beschweren. Abgesehen von diesem laessigsten Arbeitstag in meinem Leben bisher ist es auch super, dass ich nun immer in der Fruehschicht von 7am bis 4pm bin und so noch zum Fussball in die City Botanic Gardens kann. Das werde ich dann auch mal tun - ich melde mich wieder, hoffentlich erneut waehrend der Arbeitszeit!
Donnerstag, 31.07. - Flucht ins Gruene
An meinem Wochenende wollte ich dem Grossstadtstress (bei dem Wort denkt man wohl eher an Schlangen statt an Menschenmassen) und dem Abgasgeruch entkommen. Gestern entschied ich mich, den im Lonely Planet dringend empfohlenen Aussichtspunkt Mt. Coot-tha zu besuchen. Ein Tagesticket fuer den oeffentlichen Verkehr kostet vertretbare $5,50 und so ging es auf die Huegel hinter der Stadt. Nach 20 Minuten Busfahrt war ich wieder im Queensland, wie ich es kenne: ruhig und gruen. Die Reisefuehrer behielten wieder einmal Recht und Mt. Coot-tha war absolut sehenswert. Man hat von da oben einen nahezu 360 Grad Blick ueber die Skyline Brisbanes bis hinaus auf den Ozean und die Inseln vor der Stadt (Moreton, North Sandbroke Island). Jetzt war ich froh, die neue Kamera dabeizuhaben. Wie an allen sehenswuerdigkeiten gab es hier auch wieder ein Restaurant (klar, Australien ist hat ja auch die USA als fetteste Nation abgeloest) und einen Souvenirladen, aber ich wollte in die Natur und so machte ich mich auf einen der vielen Wanderpfade zu den Slaughter Falls. Auf dem Weg habe ich eine nette vierkoepfige australische Familie getroffen. Sie erklaerten mir viel ueber die Tiere und die Aboriginies. Ich hatte wohl die bestmoeglichen Wanderpartner gefunden. Dieser Nationalpark hat mich nicht enttaeuscht. Es gab einen Aboriginie Art Trial, auf dem die Kunst der Eingeborenen zur Schau gestellt wurde. Primitiv aber faszinierend. Ausserdem habe ich hier so viele Voegel gesehen wie sonst nirgends. Von den ueblichen Verdaechtigen (fuer alle, die hier nur selten lesen: Kookaburra und Kakadu) zeigten sich mir hier die buntesten Papageien und Sittiche und auch ein Fischreiher kreuzte unseren Weg. Der Wasserfall war in der Trockenzeit weniger spektakulaer - kein Regen, kein Fluss, kein Wasserfall... Dafuer hatte ich hier das seltene Glueck eine "Powerful Owl" (kraftvolle Eule) zu Gesicht zu kriegen. Ploetzlich sahen wir sie da einen halben Meter ueber unseren Koepfen. Wir waren natuerlich begeistert, die nachtaktiven Tiere sind hier fast ausgestorben und ziehen sich eigentlich in die hoeheren Baumregionen zurueck. Unsere Begeisterung konnte das Baby-Opossum in den Klauen der Eule wohl nicht mehr teilen.
Bevor ich mich vom Fluss (eher ein kleinerer Bach) Richtung Mt. Coot-tha Botanic Gardens verabschiedete, habe ich noch die fuer mich schoenste kleine Kapelle der Welt entdeckt. Auf einem abgeschiedenen Huegel zwischen riesigen Eukalyptusbaeumen gab es im Freien einige Holzbaenke aus Staemmen und einen Altar. Wie fast alles Kulturaehnliche hier waren auch die Botanischen Gaerten kostenlos zu besuchen. Eine riesige Parkanlage im Freien, mit Lagunen, den exotischsten Pflanzen und einem Regenwalddom liessen totale Entspannung ueber mich kommen. Besonders gefallen hat mir das Kaktusviertel. Neben den Gaerten ist auch noch das Sir Thomas Brisbane Planetarium. Ja, die Frage habe ich mir auch gestellt - und es stimmt! Die Stadt ist nach dem Sternengucker benannt. Er ist gebuertiger Schotte und hat ueber 800 Sterne kartographiert.
Am Abend wollte ich dann noch mein Brisbane Transit Tagesticket ausnutzen. Um 9 bin ich daher auf die Faehre gesprungen und bin zwei Stunden den Brisbane River rauf- und runtergefahren. Ich konnte den Blick auf die abendliche Kulisse der Stadt geniessen, auch wenn es richtig richtig kalt war (in der Nacht kuehlt es jetzt auf 5 Grad ab, bevor es am Tag wieder 23 Grad werden).
Heute hatte ich mir ein anderes gruenes Ziel ausgesucht: Ich wollte in den Brisbane Forest Park, wo es schoene Seen geben sollte. Das Problem war nur, dass der Reisefuehrer mit Busstationen und Nummern oft etwas hinterherhaengt. Nach einer halben Stunde Suche habe ich von einem Busfahrer dann die Nummer des Busses herausgefunden, der in den Forest geht. Nur den Stop von dem er abgeht habe ich nicht finden koennen. Also fragte ich in der Touristinfostelle nach - zum Glueck. Ich haette lang suchen koennen, denn der Bus startete von der George Square Station. Das ist ein unterirdisches Tunnelsystem, aehnlich der U-Bahn der meisten Grossstaedte, nur dass hier Busse fahren und halten und irgendwo ausserhalb der City wieder "auftauchen". Mit etwas Verspaetung gelangte ich so doch noch in den Forest Park. Als einziger Fahrgast. Zu meiner Ueberraschung gab es dort eine Art kleinen Zoo mit Rainforest Info. Die netten Mitarbeiter hier zeigten mir die besten Wanderwege und bevor ich losstapfte, wollte ich doch noch einen Blick in den Zoo werfen. Mit $4 Eintritt war das ein richtiges Schnaeppchen. Das Beste aber war, dass ich der einzige Besucher des Tages war (eigentlich Schade) und sich die Mitarbeiter so gern bereit zeigten, mir einiges zu zeigen und zu erklaeren. Ich hatte die ueblichen australischen Tiere erwartet, wurde aber positiv ueberrascht. Gleich am Eingang lebte eines der letzten Quolls ueberhaupt (Beutelmarder). Da gerade Fuetterungszeit war, sprang er auch rum wie angestochen. Das Wombat des Zoos hingegen war nicht so Hyperaktiv wie die des Australia Zoos. Es war ihm einfach zu kalt und mit seinen 17 Jahren will es nur noch Essen und Schlafen, wie ich erfuhr. Weiterhin gab es hier Pademelons (Filander), unter anderem auch ein Baby. Die vielen Wallabies hier waren noch "echt", das heisst naturnah und nicht so an Menschen gewoehnt, dass sie sich streicheln liessen. Es gab auch einige Schlangen und Schildkroeten. Gut war der Vogelbereich, hier lebten massig Voegel in einem begehbaren Kaefig - man konnte daher viele bunte Voegel sehen. der Star - mit Abstand - des Zoos war aber daaaaaaaaaaas --- SCHNABELTIER! Unglaublich! Andy wird sehr neidisch sein, wenn er das liest. Er hat zwar eines seiner Lieblingstiere neulich in der Natur gesehen, aber ich konnte es doch etwas laenger als nur zwei Sekunden lang beobachten. Eine halbe Stunde sah ich dem irren Tier zu - es isst nahezu den ganzen Tag, weil es die Haelfte seines Koerpergewichts an Nahrung zu sich nehmen muss. Zum Schlucken der Nahrung wie auch zum Luftholen taucht es immer wieder auf. Es ist staendig in Bewegung, ein Foto zu schiessen war extremst schwierig. Es hat unter Wasser die Augen geschlossen und "fuehlt" seine Nahrung durch deren elektrischen Impulse der Muskelbewegungen. Genial, oder?
Irgendwann machte ich mich dann doch auf den Weg um den nahegelegenen See. Es war eine traumhafte Landschaft da oben, bei bestem Wetter und ich war mutterseelenallein an diesem paradiesischen See. Nicht schlecht, hier haelt man es aus...
Am Abend habe ich mir jetzt bei der Post noch eine grosse Tuete fuer meine Postsendung nach Deutschland besorgt... und nun gehts "nach Hause" ins Hostel, da ich morgen um 7 wieder arbeiten muss. Ich wuensche euch viel Spass in dieser besten Sommerwoche in Deutschland so far.
Dienstag, 29.07. - Auf ins (Mitt-)Wochenende!
Heute ist Freitag! Jedenfalls fuer mich, denn die naechsten beiden Tage habe ich frei. Ich komme gerade von einer Shoppingtour durch die Innenstadt. Wahnsinn, wie viele Klamotten man hier fuer sein Geld bekommt - im Vergleich zu Deutschland. Ich habe doch einige Tueten beisammen. Wie ich das dann nach Deutschland bringe, ist eine andere Frage. Vielleicht schicke ich ein Paket mit der Post, das ist billiger, als die 20kg zu ueberschreiten.
Die letzten Arbeitstage waren stressig,aber gut. Extrem ist der Temperaturunterschied Tag-Nacht. Wenn ich morgens um 7 anfange, friere ich in Pulli und Jacke. Mittags schwitze ich mich dann im T-Shirt zu Tode und wuenschte mir, lieber kurze Hosen zu tragen. Lustig ist, was man beim Reinigen so in den Autos findet. Kleingeld natuerlich, aber auch volle Trinkflaschen, Nutelladosen, Brillen, Garagentorfernbedienungen, Asthmasprays und Kuechenmesser, um nur einiges zu nennen. Auch ist der Unterschied interessant, in welchem Zustand die Leute die Autos zurueckliefern. Das reicht von s**dreckig, dass man denkt sie haetten Sandburgen in den Autos gebaut, bis supersauber, sodass wir die Wagen nur noch aussen waschen muessen. Andere Nationen, andere Angewohnheiten...
Lustig ist auch, dass die Verleihfirma (Abel Rent-a-car Brisbane) mit den Worten "Brisbane - Sydney - Melbourne" wirbt, obwohl es sie nur hier in Brizzy gibt. Scheint noch kein Kunde herausgefunden zu haben.
An meinem Wochenende jetzt werde ich mich nach einem Apartement umschauen und einige Hotspots ausserhalb der City besuchen. Die naechsten Wochen werde ich noch hier arbeiten und dann geht es noch bis Sydney und zurueck nach Cairns. Da muss ich noch etwas Sonne tanken, denn ich verliere hier gerade meine braune Huelle. Wie ich hoerte, baut ihr die gerade auf, bei bestem (zurueckgekehrten) Sommerwetter. Geniesst das mal schoen! Bis dahin ---
Montag, 28.07. - It's not the right side to drive (on)
Heute ist nun mein vierter Arbeitstag, ich befinde mich gerade in einer wohlverdienten Pause. Am Freitag habe ich fuer die Autovermietung hier in Brisbane begonnen. Die Firma hat vier oder fuenf Filialen in Brisbane und ich arbeite in der Hauptzentrale nahe der City. Mein Job ist es, kurz gesagt, Autos aufzubereiten. Das heisst waschen, innen wie aussen, tanken und in den Fuhrpark oder zu den diversen Aussenstellen bringen. Richtig - ihr merk es schon - das hat wieder viel mit Autofahren zu tun. Einer der Gruende, warum ich mich echt wohl fuehle. Am ersten Tag musste ich gleich einen Unfallwagen aus einem der Aussenbezirke holen. Der Fahrer ist wohl betrunken gefahren, hat einen Crash verursacht und sitzt nun hinter Gittern. Ich verriet natuerlich nicht, dass ich noch nie auf der falschen Seite der Strasse sowie des Autos gefahren bin. Ich wollte mich selbst da hineinfitzen. Und das habe ich dann auch gemacht. Am Anfang hat man irgendwie kein richtiges Gefuehl fuer das Auto, weil es einfach links von einem ist. Auch das Blinken fiel am Anfang schwer, wenn man statt des Blinkers ploetzlich die Scheibenwischer angehen sieht. Aber das hat sich mittlerweile gegeben und ich bin schon einige interessante V8 und sogar Trucks gefahren (fuer so etwas wie eine Fahrerlaubnis interessiert sich hier niemand so recht). Direkt in der City steht man zwar mehr, als dass man faehrt, wenn der Verkehr vierspurig stockt. Ampeln und eine Menge Baustellen tragen das Uebrige bei. Aber ausserhalb des Zentrums gibt es auch Strassen, die ein wenig hoehere Geschwindigkeiten erlauben (60km/h ist in australischen Staedten ueblich). Es wird wohl schon eine Umgewoehnung, in Deutschland wieder auf die 'right side' zu wechseln.
Ich arbeite meist mit einem anderen Deutschen aus Kassel zusammen. Natuerlich ist der Job hier auch kein Zuckerschlecken, man ist doch meistens im Stress. Man putzt immer zwei Autos gleichzeitig und manchmal stehen ueber 15 wartende Autos hinter einem, waehrend die Kunden in einer der Filialen schon auf ihren Wagen warten...
Ich arbeite normalerweise 9 Stunden am Tag und mein Wochendende variiert, diese Woche habe ich Dienstag und Mittwoch frei. Am Samstag und Sonntag habe ich durchgerackert. Das ist einer der Nachteile der Arbeit, am Wochenende ist eben am meisten los. Dennoch liegt mir das hier mehr als der Vertreterjob. So nun muss ich aber zurueck an die Arbeit - wir lesen uns!
Donnerstag, 24.07. - Vom Anzug in den Blaumann
Da bin ich wieder! Immernoch aus Brisbane, immernoch in einer Pause des Reisens. Das Wetter neigt sich dem Deutschen zu, der Regen kommt aus Sueden zu uns nach Queensland und so regnet es seit gestern dauerhaft.
Am Dienstag habe ich mich ganz der Kultur gewidmet. Um halb eins mittags besuchte ich die City Hall, um ins Museum zu gehen. Wie bei allen Museen Brisbanes war auch hier der Eintritt frei. Bis ins Museum kam ich jedoch gar nicht, denn ich wurde von einem nahezu vollen Konzertsaal ueberrascht und erfuhr, dass hier die Autralian Army Band spielen wuerde. Da ich mir nach Wochen des Reisens doch einmal wieder etwas Kultur einfloessen wollte und das ganze noch dazu kostenlos war, gesellte ich mich dazu. Ich war schon ueberrascht, dass an einem unscheinbaren Dienstagmittag 1500 Leute in ein Konzert stroemen. So etwas habe ich in Deutschland noch nicht erlebt. Ich sollte es aber nicht bereuen, dem Spektakel beizuwohnen. Ich hoerte einige Maersche, gefolgt von einigen neuen Stuecken bekannter australischer Komponisten. Zum ersten Mal konnte ich hier das Didgeridoo im Konzerteinsatz erleben. Klingt aussergewoehnlich und verleiht der ganzen Musik einen exotischen Charakter. Anschliessend wurden die drei besten australischen Opernsaenger auf die Buehnen gebeten (natuerlich nachdem verlesen wurde, wieveiele Auszeichnungen sie hier und Uebersee schon abgeraeumt haben). Sie gaben unter anderem die Arien aus Mozarts Zauberfloete zum Besten. Man kann ja sagen was man will, aber Respekt wer solche Laute aus sich herausbekommt. Es gab auch noch einige entspannende Musik und auch Filmmusik zu hoeren, bevor das begeisterte Publikum in den fruehen Nachmittag entlassen wurde. Fuer mich war das Kulturprogramm aber noch nicht vorbei, denn ich besuchte noch die Galerien und den Glockenturm der City Hall. Am Nachmittag hatte dann wieder die Jobsuche Vorrang. Ich klapperte alle Autohaeuser und Rent-a-Car-Shops nach Jobs ab. Einige potentielle Nummern kamen immerhin dabei heraus.
Gestern lief sehr aehnlich ab. Zuerst besuchte ich die Queensland Gallery und das Brisbane Museum. Es ist unglaublich, wieviele australische Tierarten arg vom Aussterben bedroht sind. Und dennoch ist Recycling hier noch immer ein Fremdwort. Im Museum bekam ich endlich ein Schnabeltier zu Gesicht, das einzige eierlegende Saeugetier der Welt, das in Fluessen und Creeks Australiens anzutreffen ist. Interessant sind auch die Tier-Mensch Rekordvergleiche. Ein Kaenguruh springt z.B. locker 14m weit. Nach meiner Museumstour machte ich mich wieder auf Jobsuche, diesmal nach west End in das Restaurantviertel. Nach einigen Restaurants stiess ich auf ein neueroeffnetes Cafe, das einem Deutschen gehoert, der seit 24 Jahren in Australien lebt. Ich fragte natuerlich nach einem Job und gab zu, dass ich selbst keinen Kaffee trinke. Er versuchte mich mit einem edlen Cappuchino von Kaffee zu ueberzeugen. Ich sag es mal so: das war der beste Kaffee, den ich bisher probiert habe und ich habe ihn sogar ausgetrunken, aber mein Lieblingsgetraenk wird es wohl nie. Wir unterhielten uns etwas ueber Deutschland. Er ist auch ein F1 Fan und so diskutierten wir die letzten Rennen in Bezug auf Webber und die Deutschen Fahrer. Er faehrt natuerlich - wie es sich gehoert - ein deutsches Auto, einen Golf V GTI mit DSG. Bei dem Thema kam er doch etwas ins Schwaermen. Wir verabredeten ein Treffen fuer heute um vier Uhr. Leider muss ich ihn wohl enttaeuschen. Denn wie es der Zufall so will, habe ich heute Morgen bei einem zweiten Treffen mit einem der Rent-a-Car Shops einen Job ab morgen angeboten bekommen. Ich werde also die naechsten Wochen die nagelneuen Autos waschen, volltanken und in den Fuhrpark kutschieren. Der Job ist wie geschaffen fuer einen Autoenthusiasten wie mich. Das Beste ist, dass man ueberdacht arbeitet und einem das Wetter hier ziemlich egal sein kann. Dort arbeitet auch schon ein Deutscher, der mich heute schon etwas eingewiesen hat. Ich freue mich nun, den Anzug gegen normale Arbeitsklamotten tauschen zu koennen und endlich wieder Geld zu verdienen. Natuerlich habe ich ersteinmal eine Probephase, aber das duerfte kein grosses Problem sein. Ich melde mich nach meinen ersten Arbeitstagen wieder.
Sonntag, 20.07. - Wieder auf der Strasse
Wie es aussieht, werde ich so langsam zum Sonntagsschreiber. Keine Sorge - ich werde sehen, dass ich das wieder verbessere!
Der Grund fuer meine langen Schreibpausen lag in der letzten Woche allerdings im Beruf. Meine normale Arbeitszeit war von 11.30am bis etwa 21.30pm. Viel vom Tag hatte ich daher nicht uebrig. Montag und Dienstag wurden wir im Direct Marketing ausgebildet, erhielten Motivationstraining und haben die Produktreihe gebueffelt. Am Mittwoch wurde dann ein vierstuendiges praktisches Training angesetzt, um unsere Koerpersprache und unsere Ansprachen zu verfeinern. Anschliessend wurden wir ins Feld geschickt. Natuerlich hat nicht alles gleich perfekt funktioniert, aber wir haben uns doch im Small Talk und der Selbstpraesentation verbessert. Anfangs war ich noch mit meinem Trainer unterwegs, er gab natuerlich viele Hinweise und Tipps. Am Freitag habe ich meine ersten beiden Produkte verkauft. Und danach hingeschmissen... ich habe einfach gespuert, dass dieser Job nichts fuer mich ist. Ich bin wohl zu ehrlich und habe nicht das Talent oder den willen, die Leute in irgendetwas hineinzureden. Daher fuehlte ich mich unwohl in diesem Geschaeft und entschied schliesslich, dass ich das nicht laenger machen werde. Mein Trainer, ein netter Australier namens Sean Grady, war sehr nachsichtig und verstand meine Entscheidung. Ich durfte sogar den Anzug und die Schuhe, die mir gestellt worden waren, behalten. Am Ende war es eine (finanziell) verschwendete Woche, aber auf der anderen Seite eine unvergleichliche Erfahrung und nicht zuletzt super fuer meine Sprachkenntnisse. Es war interessant, einmal hinter die Kulissen des Marketings geschaut zu haben, und ich bin zu dem weisen Schluss gekommen:
um zu wissen, dass man es nicht machen will!"
Am Freitagabend habe ich mich recht erleichtert gefuehlt, raus zu sein aus diesem Business. Weniger erfreut bin ich darueber, dass mein bayerischer Kompanion sich diese Woche Richtung Tropen verabschiedet hat. Andy hat leider keine kurzfristige Arbeit hier gefunden. Er fliegt ja eher nach Hause als ich und wollte noch einmal die Sonne von Cairns geniessen, bevor es in den verregneten deutschen Sommer zurueck geht. Am Mittwochabend ist er abgeflogen und nun habe ich niemanden mehr, der fuer mich kocht...
Jetzt geniesse ich erst einmal das wohlverdiente Wochenende. Gestern war wie jede Woche Fussball im Park angesagt. Unser Spiel war gestern echt sehenswert und wir versammelten so rund 30 australische Zuschauer rund ums Geschehen. Mit meinen asiatischen Freunden besiegten wir ein Futsal-Team aus Brisbane in einem knappen Schlagabtausch. Ich habe mich natuerlich gestern nicht nur ums Vergnuegen gekuemmert, sondern mich auch wieder nach Jobs umgeschaut. Heute Nachmittag hab eich ein weiteres Bewerbungsgespraech, mehr moechte ich aber noch nicht verraten.
Gestern Abend hatte ich dann noch ein richtig gutes, dreistuendiges Gespraech mit einem hollaendischen Traveller, der seit 16 Monaten unterwegs ist und nahezu alle Laender der Welt durchreist hat. Er spricht Deutsch, da er ein halbes Jahr in Dortmund gelebt hat und kannte auch einige Staedte in Sachsen. Wir haben uns ueber die Weltpolitik, Fussball und Europa unterhalten. Er war drei Monate in China auf Reisen und ist der Meinung, dass China in der Zukunft ein echtes Problem fuer den Weltfrieden werden koennte. Er hat in den drei Monaten nur EINE Person getroffen, die in der Lage war, selbststaendig zu denken. In der Diktatur ist die Propaganda auf einem gefaehrlich gut organisiertem Niveau und 99% der Chinesen zweifeln keine Sekunde an dem, was im chinesischen Fernsehen verkuendet wird und haben so keinen Schimmer, wier es tatsaechlich in der welt aussieht. Die meisten der 1,3 Milliarden Einwohner waeren auch sofort bereit, fuer China ihr Leben zu geben, egal aus welchem Grund. Wenn man sie nach den Verbrechen der chinesischen Machthaber fragt, so der Hollaender, bringen sie immer ein westliches Gegenbeispiel an. Ein Diktator, der tausende und tausende Menschen toeten laesst, wir so durch George Bushs Irakfeldzug gerechtfertigt...
Er erzaehlte mir noch sehr viel mehr, z.B. von Birma und Indonesien, aber das alles hier zu schreiben wuerde meine Lust und Internetkosten zu sehr beeintraechtigen. Bleibt nur noch zu sagen, dass ich mich wieder melde.
Montag, 14.07. - Study for Sales
Eine aufregende Woche liegt vor mir. Ich bin einer der 5 Gluecklichen (aus 57), die den Job im Bereich Direct Marketing bekommen haben. Heute Morgen wurden im Office Vertraege unterzeichnet, ich bin nun freier Vertreter fuer Optus (www.optus.com.au), dem zweitgroessten Telekommunikationsanbieter Australiens. Das heisst, ich arbeite mit einer Marketingfirma, ohne deren Angestellter zu sein. Ich verkaufe Telefon- und Internetpakete in den Wohngebieten Brisbanes. Hoechste Prioritaet liegt auf der Professionalitaet, was schon vom aeusseren Erscheinungsbild ausgestrahlt werden soll. Dieser Job ist hier durchaus angesehen. Hier hat jede groessere Firma ihre Marketingbeauftragten, die direkten Kundenkontakt herstellen sollen. Dass die Australier allgemein sowieso viel offener als die Deutschen sind, brauche ich nicht erst zu erwaehnen. Bezahlt wird pro erfolgreichem Verkauf.
Nachdem alle Formalitaeten heute Morgen geregelt waren, wurden wir in einen anderen Stadtteil gefahren, wo wir an einem zweitaegigem Ausbildungsseminar teilnehmen. Hier lernen wir alles ueber die angebotenen Produkte, die Infrastruktur des australischen Kommunikationsnetzes und natuerlich die Grundregeln des Direktverkaufs. Unter anderem die Psychologie spielt dabei eine entscheidende Rolle. All das ist ziemlich interessant. Morgen muessen wir an einem Test ueber die Produktpalette teilnehmen, das heisst ich habe heute noch einiges zu lernen (was sich nach so langer Zeit auch mal wieder gut anfuehlt). Da es mein erster Anzug-Job ist, fuehlt es sich doch noch recht ungewohnt an, den ganzen Tag so klassisch gekleidet herumzulaufen.
Nach einem weiteren vollen Trainingstag morgen geht es dann am Mittwoch ins tatsaechliche Verkaufsgeschehen. Wir werden dann aber noch von einem Teamleader beaufsichtigt und weiter verbessert. Ich freue mich auf die kommenden Aufgaben und melde mich hoffentlich als erfolgreicher Verkaeufer wieder.
Sonntag, 13.07. - A weekend for real FOOTBALL
Ich melde mich heute nach einer Woche Abwesenheit wieder - immer noch aus Brisbane. In der Zwischenzeit sind wir in ein anderes Hostel umgezogen, das etwas weiter ausserhalb der City liegt. Dafuer sparen wir hier Geld und leben in einem gemuetlichen Vierbettzimmer zusammen mit zwei Iren. Letzte Woche haben wir uns auf Jobsuche begeben, was sich als schwieriger als erwartet erwiesen hat. Da ich noch mehr Zeit als Andy zur Verfuegung habe, war es fuer mich etwas einfacher, da viele Unternehmen nur Arbeiter ab einem Monat Dauer einstellen. Am Donnerstagabend hatte ich dann auch Einladungen fuer drei Vorstellungsgespraeche, hauptsaechlich im Bereich Marketing und Sales. Am Freitagmorgen ging es auch schon zum ersten Interview und ich habe mich wohl ganz wacker geschlagen. Jedenfalls wurde ich zu einer zweiten Anhoerung spaeter am Tag eingeladen. Dort konnte ich dann die Arbeitsweise beobachten und mir Notizen machen, bevor es am Ende eine erneute Anhoerung gab. Noch ist nichts sicher, daher will ich nicht zuviel Euphorie verbreiten, aber es sieht doch ganz gut aus. Am Montag werde ich wieder in der Firma erscheinen und falls alles wie geplant laeuft starte ich dann ins Produkt- udn Verkaufstraining ein. Mehr dazu erfahrt ihr, wenn ich den Job sicher habe.
Jetzt ist aber erst einmal Wochenende und das heisst: Zeit fuer Fussball. Ich habe mich wieder mit meinen neuen Freunden aus Brunai, Malaysia und Bahrain zum Fussball im Park verabredet. Die sind absolut heiss auf den Sport und haben alle (im Gegensatz zu mir) Fussballschuhe und die komplette Ausruestung inklusive transportabler Tore dabei. So habe ich dann den Tag bei herrlichem Wetter und durchaus nicht unterklassigem Fussball verbracht. Abends haben wir (leider) zu spaet von einem Fussballspiel zwischen der Queensland-Auswahl und einem brasilianischem Erstligisten erfahren. Die Tickets fuer das beste Stadion des Staates haetten nur 10$ gekostet, doch als wir ankamen lief leider schon die zweite Halbzeit. Heute geht es in die naechste Runde des aktiven Fussballs.
Ihr seht also, mir geht es durchaus gut hier in Brissy. Morgen muss ich fit sein, um meinen Job zu sichern. Drueckt mir die Daumen!
Sonntag, 06.07. - Servus aus BrisVegas
Wir befinden uns nun im Herzen Queensland, in der Hauptstadt Brisbane. Die Australier nennen sie nur "Brizzy" oder "BrisVegas", wahrscheinlich wegen der vielen Spielhoellen, die hier die Strassen saeumen. Von den Urlaubsorten der letzten Wochen zu dieser Millionenstadt ist est schon eine gewisse Umstellung. Man fuehlt sich eben kleiner und unwichtiger, wenn um einen herum riesige, beleuchtete Wolkenkratzer aufragen. Es geht hier ziemlich geschaeftig zu und zur Rush Hour kommt man sich manchmal vor wie in Tokyo, wenn der Verkehr auf vier Spuren zum Stehen kommt und sich Menschenmassen wie Ameisen durch die Strassen zwaengen. Wenn man hier durch die Haeuserschluchten laeuft, kommt es einem vor, als wenn McDonald's diese Stadt voellig unter Kontrolle hat. Allein im Zentrum gibt es ueber 10 der ungesunden Fressbuden. Zum Glueck gibt es auch genuegend Subways.
Unser Hostel ist in einem der Hochhaeuser direkt im Zentrum und die Raeume und Sauberkeit ist auf Hotelstandard. Das ist natuerlich nicht billig, in unserer ersten Nacht war nur ein 4-Bett-Zimmer fuer 33$ frei (unser bisheriger Rekord in Australien) und nun leben wir in einem Zimmer mit 8 Betten fuer stolze 28$ die Nacht. Dafuer hat man aber auch eine grosse Kueche, moderne Baeder und einen Kinoraum mit riesigem Plasma-TV und Dolby Surround. Die letzten beiden Tage hat es hier leider geregnet, weshalb wir nur die Einkaufsmeilen der Stadt besichtigen konnten. Wir haben uns ueber Digitalkameras informiert, da die Preise hier echt okay sind und wir uns hier beide eine kaufen wollen.
Heute ist das Wetter wieder normal und wir werden die Stadt und ihre vielen Parks und Bruecken kennenlernen. Anfang naechster Woche geht es dann auf Jobsuche. Nach einem billigeren Hostel oder einem Apartement werden wir uns auch demnaechst auch umschauen. Bis dahin - See ya!
Freitag, 04.07. - Es gruesst das Beuteltier
Nach meinem letzten Eintrag hier haben wir den bisher traurigsten Tag in Australien ohne besondere Ereignisse hinter uns gebracht. Das Wetter spiegelte unsere Gemuetslage - der erste bewoelkte Tag seit Wochen. Wir hatten es leider nicht so gut wir ihr in Deutschland - waehrend ihr euere Traenen am Kopfkissen loswerden konntet, mussten wir den ganzen Tag mit der Deutschlandfahne im Gesicht und der Leere im Blick umherwandeln. Wenigstens gab es von einigen Fussballinteressierten ein paar aufbauende Worte. Fuer die australischen Kinder am Strand hingegen waren wir die absolute Attraktion, die dachten wohl, es waere Karneval. Einen Spanier im Villa-Trikot habe ich npch getroffen, es stellte sich aber heraus, dass es in Wahrheit ein Franzose war und so blieben wir von spoettischem Grinsen eines Europameisters verschont. Im Gegenteil, er war meiner Meinung, dass ein Torwartfehler ein allgemein schwaches Spiel entschied.
Am Tag darauf ging es mir wieder besser, es ging an den Strand. Ich habe mir ein Surfboard ausgeliehen, um die Wellen auf eigene Faust anzugehen. Leider gab es keine langen Anfaengerboards mehr, sondern nur kurze Softboards, auf die ich mich kaum legen konnte. Es ging also an den Noosa Main Beach. Wir lagen direkt neben einer Anfaenger-Surfgruppe, die gerade das Aufstehen trainierte. Ich legte mich einfach mal dazu und machte ebenfalls deren Trockenuebungen. Nun weiss ich auf jeden Fall, wie das Surfen in der Theorie funktioniert. Die Praxis war, so ganz ohne Anleitung, dann doch nicht so einfach wie gedacht. Ich erwischte zwar einige Wellen und habe es teilweise auch bis zu einer Art Halb-Stand geschafft, doch das grosse Erfolgserlebnis blieb aus. Einige Bodyboerder rieten mir zu diesem Sport, da masn mit dem Bodyboard mehr machen koenne. Das werde ich in Zukunft sicher auch noch ausprobieren. Fuer den Tag jedenfalls ging ich ganz normal baden. Ein ruhiger, sonniger Erholungstag tat gut. Abends legten wir noh eine 11km Jogging-Einheit ein, die uns entlang des Noosa Rivers bis nach Noosaville fuehrte. Mein linkes Knie bedankte sich dafuer, dass es mal wieder die Drecksarbeit machen durfte und streikte nach 40min. Ich sollte es noch am Folgetag spueren. Das sind eben die Nachteile des Fussballs!
Am Mittwochmorgen ging es in den bekannten Australia Zoo. Dorthing gelangten wir in einem kostenlosen Bus des Zoos - auf 2 Etagen wurden hier eine Menge Besucher abgeholt. Der Zoo war die Heimat eines der beruehmtesten Australier - des Tierfilmers, Abenteurers und vor allem Krokodoljaegers Steve Irwin. Er ist vor zwei Jahren an einem Rochenstich gestorben, als er ein Video ueber Unterwassertiere drehte. Um ihn scheint die ganze Nation zu trauern, man sieht sein Gesicht auf tausenden Werbeplakaten fuer den Zoo und im Zoo gibt es eine Art Ehrenmeile mit Gruessen von Fans aus der ganzen Welt. Wir konnten die Krokodile bestaunen, die Mr. Irwin alle selbst gefangen hat - einige ueber 5m gross. Im Zoo gab es eine riesige Arena, in der es eine atemberaubende Reptilien- und Flugshow zu sehen gab. Der Zoo hatte aber noch einiges mehr zu bieten, es gab narmlich auch auslaendische Tiere, darunter drei Elefanten, zwei Geparden und ueber zehn Tiger. In den riesigen und besonders liebevoll angelegten Parks liefen natuerlich auch genuegend einheimische Exoten herum - vom Kaenguruh bis zum Kasuar war alles dabei. Eindrucksvoll war auch der riesige Komodowaran, die groesste Echse der Welt. Des Weiteren durften wir die groessten Landschildkroeten der Welt bestaunen. Wenn die auf den Ruecken fallen, sind sie leider tot, da sie zu schwer sind, um sich zurueck auf die Beine zu drehen. Die Mitarbeiter des Zoos mussten ihenen schon einige Male behilflich dabei sein, denn wenn es zur Paarung kommt, vergessen diese Tiere oft diese Gefahr. Laut aber schoen war das Vogelhaus, wo wir einige der buntesten Papageien bewundern durften. Mit Abstand am meisten fasinierten uns aber die Wombats und ihre naechsten Verwandten, die Koalas. Wir waren wieder einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort, denn wir erreichten das Koalaresort genau zur Fuetterungszeit. Es spielte sich ein unglaubliches Spektakel ab - die sonst so faulen Koalas sprangen herum, kletterten und hangelten und spielten miteinander. Als die Eukalyptuszweige dann ausgetauscht waren ging es aber wieder zurueck ans Essen - schliesslich muessen die kleinen Baeren ihre Tagesration von ueber 1kg schaffen.
Zeit fuer uns, zu den Wombats zu gehen - meine neuen Lieblingstiere! Sie sind ein Mix aus Koala, Wildschwein, Baer, Katze und Maulwurf, wenn ich sie nir so anschaue. Sie bringen einen die ganze Zeit zum Lachen, egal was sie tun. Ob sie langsam uebers Gras wackeln, als ob sie jede Windboee aus dem Gleichgewicht bringen koennte, oder ob sie einen Tunnel in die Erde graben, der dann einstuerzt und sie in die Flucht treibt. Sie koennen wahnsinnig schnell rennen, auch wenn man ihnen das nicht gerade ansieht. Und sie Miauen wie Katzen. Irre, einfach irre! Wir waren den ganzen Tag im Zoo und haben einige interessante Vorfuehrungen gesehen, aber die Wombats blieben ungeschlagen.
Gestern sind wir morgens in den Noosa Natinal Park gegangen. Hier gab es einiges zu sehen. Uns erwarteten mal wieder unberuehrte Straende und beeindruckende Waelder. Das Beste aber war, dass wir unsere "Wild gesehen"-Liste erweitern konnten. Obwohl wir selbst auf Magnetic Island keine wilden Koalas entdecken konnten, haben wir hier gleich zwei davon ausgemacht - hoch oben in den Baumkronen der Eukalyptuswaelder. Sie waren so faul wie immer, aber niedlich anzusehen. Ausserdem kreuzte ein Wallabie unseren Weg und wir beobachteten das Fischen eines Seeadlers. Wir hatten grosses Glueck, denn Koalas sehen selbst die Einheimischen nur auesserts selten.
Mittags fuehrte unsere Reise durchs Land weiter nach Mooloolaba an der Sunshine Coast. Hier liehen wir uns Fahrraeder aus und erkundeten Strand und Umgebung. Mein Bike war so ein getuntes Lowrider-Teil, das auch noch unmenschlich quitschte, und Andy hatte nur noch einen zu kleinen rosanen Halm bekommen - wir waren das Highlight der Promenade. Abends gab es ein deftiges Barbeque im Hostel und heute morgen free Breakfast. Da es heute regnet, bleiben wir aber nicht laenger hier und starten um 14.00 nach Brisbane. Man liest sich!
Montag, 30.06. - Schwarz-Rot-Goldene Depression
Neeeeeeeeeeeeeeeeein! In einem schwachen Spiel mit 0:1 gegen Spanien verloren und das noch durch einen Lehmann-Patzer! Dafuer bin ich 10 vor 4 morgens aufgestanden, hab mir mit Filzstift unsere Nationalfarben aufgetragen und sass zusammen mit Andy als erster im Bayerntrikot vor dem Fernseher. Ein Red Bull um die Muedigkeit davonzublasen und ein Beck's um sich wie daheim zu fuehlen - und dann sowas! Wir haben (wie schon die ganze EM lang) keine Sekunde lang am Sieg der Deutschen gezweifelt und das blieb bis zur letzten Minute so. Andy und ich waren leider die einzigen, die so etwas wie Finalstimmung aufkommen liessen, auch wenn das Spiel nicht sehr vielversprechend war. In den letzten Minuten liess die deutsche Mannschaft meines Erachtens jedes Aufbaeumen vermissen, das sie zuvor auszeichnete. Wenn man nur ein Tor hinten liegt und das in einem Finale, dann muss mehr Drang nach vorn zu erwarten sein, ich denke nur an Bayern vs Getafe. Unsere Traenen sollten eigentlich Freudentraenen sein aber so sassen wir nur wie starr vor dem Fernseher und konnten uns nicht ruehren, es nicht fassen. Die letzten sechs Jahre immer eines der besten Teams gehabt und nichts gewonnen. Ich will gar nicht wissen, wie Ballack sich fuehlt, der nach Leverkusen und der WM '02 das dritte Mal alles am Ende verliert. Bleibt nur eins zu sagen: Mit Kroos, Ottl, Schweini, Lell (warum war jener eigentlich nicht dabei dieses Jahr???) und co. haben wir eine glorreiche Zukunft vor uns und der Jogi ist eindeutig der Richtige fuer den Job als Coach. Auch wenn es mir schwerfaellt, bleibt nur noch zu sagen:
'54, '74' '90, 2010... !!!!
Sonntag, 29.06. - Buschfunk aus den Everglades
"Bzzz.... Bzzzzzzz.... Bzzzzzzzzzz... Helll --- ooo I'm b---ack"! Zurueck in der Zivilisation. Aus den Tiefen des Dschungels.
Am Donnerstagmmittag ging unser Bus von Rainbow Beach nach Noosa Heads. Mit gratis Pancakes gestaerkt, wollten wir noch die Sandduenen bersichtigen, die uns sehr empfohlen wurden und zu denen ein Shuttlebus fuhr. Fuer den Rueckweg braeuchte man ca. 10min zu Fuss, wie man uns an der Rezeption sagte. Als wir in dem Nationalpark angekommen waren, war uns eines klar: Wir wuerden es niemals in 10min zurueck schaffen. Nachdem wir uns die Duenen mit Blick aufs Meer und die Inseln angeshen hatten, benoetigte es 20min vollen Sprints - um den freundlichen Greyhound-Busfahrer anschliessend zu ueberzeugen, noch 5min mit der Abfahrt zu warten, damit wir unser Gepaeck einladen konnten. Nach einer verschwitzten Busfahrt kamen wir dann in Noosa an, um eine halbe Stunde spaeter vom Bus des Bushcamps abgeholt zu werden. Wir hielten bei Woolworths, um uns fuer die naechten drei Tage mit Nahrung zu versorgen, und dann ging es ab in den Dschungel, den Nationalpark der Noosa Everglades. Dort wurden wir in rustikalen Holzhaeusern untergebracht. Hier kam echtes Abenteurergefuehl auf, denn es gab nur Toiletten ohne Spuelung, ein Waschbecken in Baumstumpf und die Kueche war quasi direkt in die Natur integriert. Abends gab es immer ein LAgerfeuer, was beid er Kaelte auch noetig war. Am Tag werden es immernoch ueber 25 Grad, aber abends kann es bis unter 10 Grad abkeuhlen. Im Campfire wurden scheinbar alle ueberfluessigen Moebelstuecke des Campgrounds entsorgt, von Matratzen und Toilettentueren bis hin zu Nachttischchen war alles dabei. Fuer unsere Kanusafari wurden wir in ein 9-Mann-Team eingeteilt. Wir waren ein grossartiger Mix aus Leuten aller Nationen und daher gab es viel zu erzaehlen. Wir trafen hier z.B. die ersten Amerikaner auf unserer Reise.
Am ersten Tag der Kanusafari ging es ueber Fluesse und einem kurzen Fussmarsch zu einem wunderschoenen Strand, an dem wir auch den ganzen Nachmittag zubrachten. Obwohl es total windstill war, entstanden hier meterhohe Wellen scheinbar aus dem Nichts. Die Maenner unseres Teams haben sich im Koerpersurfing versucht und ich habe direkt einige mannshohe Wellen erwischt und wurde auf der Welle bis zum Ufer gespuelt. Es war ein super Tag am Strand und auf dem Rueckweg zu den Kanus begegneten wir noch einer Kaenguruherde, bei der wir uns einige Zeit aufhalten liessen. Am Abend wartete noch das Highlight des Tages auf uns: Halbfinale Deutschland gegen die Tuerkei in der Highlights-Show im Fernsehen. Lustigerweise war in unserer Truppe ein Tuerke, der in Deutschland lebt, und so entstand den ganzen Tag ueber eine heitere Rivalitaet. Hier im Busch wusste zum Glueck noch niemand das Ergebnis und so fieberten wir die gezeigten 60min des Spiels im Wechselbad der Gefuehle mit. Am Ende waren wir Deutschen die triumphierenden und so musste Umut uns an seinem Nudelgericht teilhaben lassen.
Fuer den zweiten und dritten Tag in den Kanus brachen wir zu einem See flussaufwaerts auf. Alles noetige Gepaeck inklusive Zelte hatten wir an Bord auf den Kanus. Andy und ich paddelten immer ziemlich aggressiv, weshalb wir immer die ersten am Ziel waren. Wir zelteten auf einem Campingplatz an einem grossen See und hatten eine echt gute Zeit dort. Am naechsten Morgen ging es zeitig zurueck ins Hauptcamp. Wir wurden nach Noosa zurueckgebracht und quartierten uns hier fuer die naechsten Naechte ein. Das Hostel hat natuerlich einen 24h-TV-Room, das war unser wichtigstes Auswahlkriterium! Noosa an sich ist eine schoene, wenn auch weitlaaeufige Stadt. Sie wird auch als Hollywood von Australien bezeichnet, denn sie ist definitiv eine Stadt der Reichen. Millionenhaeuser und Yachten, wohin das Auge reicht. Ich habe hier schon mehr deutsche Autos gesehen als irgenwo sonst bisher. Hier wurden auch grosse Teile von "2Fast 2Furious" gedreht. Kein Wunder, denn die Stadt sieht tatsaechlich aus wie eine kalifornische Kuestenstadt. Heute habe ich hier zum ersten Mal in meinem Leben "mein Auto", einen Skyline R34, auf offener Strasse gesehen.
Die Kaelte beim Campen hatte doch ihre Spuren hinterlassen und ich bin nun etwas erkaeltet und lag gestern den ganzen Tag mit Kopfschmerzen und Fieber im Bett. Spaetestens morgen frueh um 4.00am bin ich aber wieder hellwach, denn um diese Zeit werden wir das FINALE IN WIEN live verfolgen. Beim naechsten Eintrag hier lesen wir uns als Europamesiter wieder! Ein gutes Spiel wuenscht Martin!
Mittwoch, 25.06. - Sand in my Shoes
Schoene Gruesse vom Sandmann hoechtpersoenlich! Nach drei Tagen Camping auf der groessten Sandinsel der Erde kann man sich vor Sand nicht mehr retten - er ist einfach ueberall, man hat sich an ihn gewoehnt.
Aber beginnen wir am Anfang: Am Samstagmittag sind wir in Rainbow Beach angekommen. Der Ort ist erstaunlich winzig, wenn man bedenkt, dass er ein beliebtes Touristenziel und Ausgangspunkt fuer Fraser Island-Touren ist. Die beiden NAechte vor und nach unserer Safari waren wir in einem netten Hostel, 2min vom Starnd entfernt untergebracht. DAs Beste ist aber, dass es hier jeden Morgen gartis Pancake-Breakfast gibt. Dafuert muss amn aber um 7am aufstehen. Am Samstag wurden wir von einem lustigen Australier, der hier jeden Tag die selben Dinge und die selben Witze erzaehlt, in die wichtigen Dinge unseres Ausflugs eingeweiht. Unsere Gruppe sollte aus 7 Englaendern, einem Oesterreicher, den wir schon im Greyhound kennengelernt hatten, und uns beiden bestehen. Am Nachmittag ging es dann tasaechlich an den "Rainbow Beach" - ein sehenswerter langer Sandstrand. Hier wachten sogar Lifeguards, was hier eher selten ist, und man kam sich vor wie in Miami. Wir erreichen langsam aber sicher die Surfgebiete Australiens, soviel wurde uns schnell bewusst - hier gab es schon mannshohe Wellen, in denen man zum Spielball der Stroemung wurde. Schilder gaben die Richtung und UHrzeit der Stroemungsrichtung fuer Surfer an. Ich liebe diese Wellen und war stundenlang im Wasser, von einer Riesenwelle in die naechste. Am Abend gab es dann noch eine Premiere: Ich spielte zum ersten Mal in Australien richtig Fussball. Auf dem Rasen vor unserem Hostel fanden sich einige Englaender und ich zu einem 3 vs 3 Match ein, das auf Tore aus Turnschuhen ausgetragen wurde. Es war unbeschreiblich gut, wieder gegen das runde Leder zu treten. Nach den EM-Highlights wurde wieder gepackt, denn man konnte in den Jeep wieder nur begrenzt Gepaeck mitnehmen.
Am Sonntagmorgen war es dann soweit: Die 4WD-Toyotas wurden beladen und auf gings, Richtung Faehre nach Fraser Island. Nach 350.000km Laufleistung sollte unser Trip ein Klaks fuer die japanischen Spritfresser sein. Wir hatten eine Karte von der Insel und eine ungefaehre Vorstellung, was wir wann sehen wollten und schon ging es die Straende entlang durch den Sand, was die Strasen der Insel waren. Englaender und Auto fahren passt wahrscheinlich nur bei Herrn Hamilton zusammen und der ist schwarz, anders gesagt unsere englischen Teamkollegen fuhren weder umwelt- noch kameradenbewusst. Auf den Inlandrouten wurde einem schlecht, nicht zuletzt weil man bei etwaigem Federbruch (der jeden Moment zu erwarten war) ein Loch in seinem Kreditkartenbudget finden wuerde. ES wurde in unpassenden Gaengen und GEschwindigkeiten ueber Wurzeln, Steine und Creeks hinweggefahren, ohne dass auch nur ein Hindernis realisiert worden waere. Aufgrund unseres Alters konnten wir Deutschen nur durch Worte eingreifen, aber welcher stolze Englaender laesst sich schon vorschreiben, wie man zu fahren hat? So wurde lieber entgegen unserer Ratschlaege gehandelt, und so nahmen wir die englische Fahrweise am Ende nur noch mit (Galgen-)Humor. Besonders wenn wir mal wieder unnoetigerweise im Sand steckten, wo die Strasse 2m neben uns perfekt befahrbar gewesen waere. Am ersten Tag ging es bei heissem Sonnenschein zum Lake McKenzie, einem der schoensten Suesswasserseen uebrehaupt. Dies sollte sich als wahr herausstellen. Es war ein See mit blauem, klaren Wasser und Sandstraenden. So etwas hatten wir noch nicht gesehen. Der Sand war fast genauso weiss wie auf den Whitsundays, es war genial. Von hier ging es zu einem beruehmten Schiffswarck direkt am Strand der Insel. Das rostige Schiffsgerippe diente als Fotomotiv. Gegen 5pm schlugen wir unser Camp auf, wir Deutschsprachigen naechtigten zu dritt im geraeumigen Zelt. Bei der Zubereitung des Abendessens bestaetigte sich das Geruecht der schlechten englischen Kueche - die Kartoffeln wurden erst (mit Schale) klein geschnitten und dann gekocht bis sie zu weich waren. Dazu gabs dann blutiges Rumpsteak... Naja hauptsache satt! Abends sass man noch in gediegener Runde zusammen, auch wenn es recht kalt wurde. Ich habe hier eine Saechsin kennengelernt, die mit den Worten "Spalken" und "Hitch" nichts anzufangen wusste. Andy, der ja nur 3km von Oesterreich entfernt wohnt, redete den ganzen Abend tirolerisch mit Max und als "Rache" packte ich mein Saechsisch aus. Es war ein lustiger Abend, gefolgt von einer kurzen Nacht, da wir nur von Sonnenaufgang bis 9am fahren konnten. Unsere FAhrtzeiten waren schliesslich von Ebbe und Flut abhaengig.
Der Montag war ein regnerischer, kalter Tag. Es ging an ein Kliff und zu den Champagne Pools. Das sind kleine, durch Felsen gebildete Polls am Meer, in denen ich trotz Kaelte baden war. NAchmittags fuhren wir noch zum Eli Creek, einem Flussarm, der vom Innern der Insel zum Ozean floss. Hier haben wir unetr anderem eine handgrosse, gelb-schwarze Spinne gesehen. Abends wurde wieder das Camp errichtet, diesmal vor Einbruch der Dunkelheit und mit allen 5 Jeeps zusammen. Es gab gute oesterreichische Kueche von Max, die das englische Essen vom Vortag um Lichtjahre uebertraf. Nachts wurde es wagnsinnig kalt und so zog man sich schon frueh in die Schlafseacke zurueck.
Am letzten Tag waren wir noch am Lake Wabby, eine Art Wasserloch in der Wueste. Meilenweite Sandlandschaft endete hier in einem gruenen See und dahinter ragte der bekannte Urwald auf. Hier konnten wir endlich mal fuer einige Stunden faul im Sand entspannen, bevor wir zur Faehre zurueck mussten. Auf dem Festland angekommen, mussten wir noch nachtanken (55l fuer maximal 200km Strecke, den Rest kann sich jeder ausrechnen) und den Wagen putzen. Nach diesem Trip gab es dann erstmal eine anstaendige, lange Dusche, um den Sand (wenigstens von der Haut) loszuwerden. Auch wenn die Englaender uns hin und wieder etwas genervt haben war es doch eine super Safari. Wir haben wieder grossartige Landschaften gesehen und meist gut gegessen. Auf Camping haben wir eingentlich erst einmal keine grosse Lust mehr, aber morgen geht es in Noosa ins Bushcamp und auf Kanusafari. Bis dahin, wir sehen uns im FINALE! Der MArtin.
Freitag, 20.06. - Gefangen in Bundaberg
Ich habe heute Freigang um diesen Eintrag zu schreiben. Ich durfte den Exerzierhof kurz verlassen. So oder so aehnlich fuehle ich mich, denn wir zahlen hier in Bundy 30 Dollar fuer eine Unterkunft in einem ehemaligen Staatsgefaengnis. Als wir in der Stadt ankamen, wurde uns gleich klar, dass es ein Fehler war, hier ueberhaupt einen Zwischenstop einzulegen: Als wir diejenigen, die die Stadt mit dem Greyhound wieder verliessen, fragten, ob sie ein Hostel empfehlen koennten, sagten sie, dass es hier in der Stadt kein empfehlenswertes Hostel gebe. Das esrte, das wir ansteuerten, bot nur Unterkunft fuer mindestens eine Woche Aufenthalt an. Schnell wurde uns klar, dass dies eine reine Arbeiter- und Fruitpickingstadt ist, aber leider ging kein Bus mehr von hier in die naechsten Ferienorte. Nachdem wir einige Hostels vergeblich aufgesucht hatten und selbst der Zeltplatz voll belegt war, gaben wir uns geschlagen und gingen in den umgebauten Knast - um mehr als je zuvor fuer die Nacht zu bezahlen. Dafuer bakamen wir ein dreckiges und lautes 7-Mann-Zimmer und mussten Geschirr und alle weiteren lebenswichtigen Dinge gegen hohe Kaution an der Rezeption holen. Die Innenstadt hatte auch nicht viel mehr zu bieten, also lagen wir am Pool neben der Hauptstrasse. Fuer einen Tag kann man es hier aushalten, dachten wir uns. Abends haben wir von drei besoffenen Englaendern Besuch bekommen und anschliessend wiegte uns die Diskomusik direkt neben dem Fenster in den Schlaf - bei voller Lautstaerke. Der Schlaf dauerte nicht lang, denn um 6am mussten die Farmarbeiter samstags raus. Als dann auch noch der gatis Transport zum Busbahnhof nicht stattfand, waren wir umso gluecklicher, dieser Stadt den Ruecken kehren zu koennen. Auf dem Weg nach Rainbow erzaehlte uns unser Busfahrer noch einige boese Stories ueber Bundaberg - ihm wurden dort drei Rippen gebrochen und ein anderer Greyhoundfahrer zu Tode gepruegelt - mit anderen Worten, er teilte unsere negative Meinung. Aber hoeren wir auf zu meckern, schliesslich war das die erste Enttaeuschung unserer Reise und das Wetter hat sich auf der anderen Seite wieder voellig normalisiert (oder anders gesagt: es gibt wieder keine Wolken mehr).
Donnerstag, 19.06. - Die Karawane zieht weiter
Heute poste ich aus einem Hostel in Gladstone. Gestern haben wir Airlie Beach (natuerlich nach Nutzung unserer gratis Internetzeit) verlassen und sind im roten Greyhound Bus nach Mackay (die Stadt, nicht der Fussballer!) gereist. Die Fahrt ging durch rote, flache Landschaft, die von den gruenen Bergen am Horizont begrenzt wurde. Durch die vielen Rinderherden kam man sich wie in Texas vor. Um 6.00pm waren wir dann in Mackay. Gluecklicherweise fanden wir ein Hotel, in dem wir uns kostenlos unseres Gepaecks entledigen konnten, um es dann 2.00am wieder abzuholen. In den acht Stunden wollten wir die Stadt erkunden - und das haben wir auch geschafft. Zuerst ging es an den 3km entfernten Strand. Der Marsch wurde uns durch verwaiste Coles-Einkaufswagen erleichtert, die am Strassenrand standen. So haben wir uns gegenseitig zum Strand kutschiert. Zurueck in der Stadt, haben wir beim Inder zu Abend gegessen und mit dem Australier suedafrikanischer Herkunft ueber die EM diskutiert. Er war der erste, der unsere Meinung teilte und Fussball fuer den waren "Football" hielt (wie die Aussies ja ihr Rugby nennen, weshalb Football zu Soccer verkommt). Es war ein interessantes Gespraech. Anschliessend waren wir noch auf dem Volksfest, wo man Riesenrad fahren, aber auch Sportwagen, Traktoren oder Huehner kaufen konnte. Wem das nicht genug ist: Auf diesem Rummel konnte man sich auch Tattoos stechen oder sich massieren lassen, um danach Parfum und neue Klamotten zu kaufen. Zuckerwatte gibt es hier nicht etwa am Stiel, sondern gleich in riesigen Plastikkuebeln. Am Ufer des Flusses ruhten wir eine Weile, ehe es mit dem Bus mitten in der Nacht weiter ging nach Gladstone - eine kurze Nachtruhe im Bus eingeschlossen. Hier sind wir nun im saubersten Hostel, das wir in Australien je gesehen haben. Die Raeume sind sauberer als so manche Hotelzimmer und wir sind zu zweit in einem Dreibettzimmer. Nach einer Fahrradtour (die Bikes gab es for free) zur Marina und dem Strand haben wir noch ein wenig am Pool im Garten entspannt. Das einzig negative war, dass wir Andys Kamera und damit alle Mackay-Bilder verloren haben. Zum Abendessen gab es Pancakes und nun werden wir noch die Highlights der EM schauen. Da es leider keinen Direktbus von hier nach Rainbow gibt, muessen wir morgen frueh gegen unseren Willen schon wieder abreisen. Dann gehts nach Bundaberg. Mit Bildern melde ich mich am Samstag zurueck.
Mittwoch, 18.06. - Ein Schwan im Paradies!
Ich habe wieder festen Boden unter den Fuessen! Nach zwei Naechten auf See kann ich kaum geradeaus laufen, alles scheint sich um mich zu drehen. Ich wollte schon immer mal, dass sich die ganze Welt nur um mich dreht, aber so war das nicht gedacht...
Am Montagmorgen waren wir recht enttaeuscht, als wir aufwachten und der Himmel grau und wolkenverhangen war. Und das gerade dann, wenn wir segeln wollen und wo es doch die letzten Wochen keine Wolken zu geben schien! Da da Meeting am Hafen erst um drei uhr angestzt war, haben wir entschieden, die verbleibende Zeit dem Kartenschreiben zu widmen. Das Wetter lud ja leider geradezu zu derartigen Inddor-Aktivitaeten ein. Die Panorama-Ansichtskarten von idyllischen Straenden liessen unsere Hoffnung auf einen lohnenswerten Ausflug wieder steigen. Wir packten die noetigsten Sachen zusammen, da man nur mit einer kleinen Tasche oder Rucksack aufs Boot durfte, und verstauten unsere Backpacks im Luggage Store.
Dann war es endlich soweit: Unsere Gruppe von 20 Reisenden durfte an Bord des roten Katamarans. Beim Besteigen kam die Frage auf: Wie sollen so viele Leute auf diesem kleinen Schiff leben bzw. schlafen? Im Verlauf der Tour sollte sich dieses Problem jedoch loesen. Die Schuhe wurden gleich eingezogen, auf dem Schiff war nur barfuss erlaubt (Erinnerungen an die Bananenfelder tauchten auf).
Bei der Ankunft mussten wir auf einer Anwesenheitsliste gegenzeichnen - und siehe da: Martin Schwan war geboren! Man hatte aus Sporn einfach Swan gemacht. Von diesem Moment an war ich der Schwan des Schiffs. An diesem ersten Tag segelten wir zu einer ruhigen Bucht auf Whitsunday Island, der Hauptinsel. Dort setzten wir den Anker und schlugen unser Nachtquartier auf. Das vordere Deck und das Dach des Katamarans wurden nun von einer Plane ueberspannt, was eine Art grosses Zelt ergab. Hier schlieffen die meisten der Reisenden auf Matratzen in ihren Schlafsaecken. Unter Deck waeren auch niemals alle untergekommen - es gab maximal 11 Schlafplaetze im Schiffsinnern.
Das esrte Abendessen an Bord bestand aus Fisch (von denen wir jeweils drei Stueck assen), Kartoffelpuerre, Salat und Fladenbrot. Zubereitet wurde alles von der gesamten Crew - also dem Skipper und seinem Matrosen. Sehr interessant war sabei die Zubereitung der Kartoffeln: Der Skipper schleifte den Kartoffelsack an einer Leine hinter dem Boot her, dann zog er ihn aus dem Wasser, um die Kartoffeln auf dem Schiffsboden (weich-?) zu klopfen. Anschliuessend mussten sie nochmals ins Salzwasser, bevor sich der Vorgang wiederholte. Geschmeckt hat's trotzdem - wir waren so voll, dass wir etwa eine Stunde bewegungslos einfach nur dasassen. Nachdem wir einen imposanten roten Sonnenuntergang bestaunen konnten, ging es ab in die Kojen - auf den Tisch, bessergesagt. Der Haupttisch unter Deck, der als Essenbuffet diente, wurde abends naemlich zu einem grossen Bett umgebaut, auf dem wir die erste (unruhige) Nacht zu viert verbrachten.
Lange waehrte die Nachtruhe jedoch leider nicht - um Punkt 6 schallte unerbittlich und in voller Lautstaerke AC/DCs "Hells Bells" aus den Lautsprechern, um alle moeglichst schnell wachzubekommen. Ueber die Art und Wiese laesst sich streiten, sein Ziel jedenfalls verfehlte diese Taktik nicht. In den zerknitterten Gesichtern der Mitreisenden konnte ich kein Glueck ueber den so zu erlebenden Sonnenaufgang erkennen. Waehrend wir unser Fruehstueck geniessen durften - Kornflakes, Toast und leckere, frische Fruechte - geniessen durften, setzte sich das Schiff schon wieder in Bewegung. Das Wetter lud nicht zu Jubelspruengen ein, aber die Wolkendecke hatte sich im Vergleich zum kalten Vortag doch deutlich gelichtet. Es war an diesem unseren zweiten Segeltag ziemlich windig und das spiegelte sich im Wellengang wieder. Auf dem Vorderdeck wurde man doch hin und wieder vom heraufspritzenden Wasser erfasst. Das Schiff an sich war ein Spielball der Wellen und schwankte wie verrueckt. Ich fand es erfrischend, so frei auf dem Meer zu seglen, nur war mein Magen da leider anderer Meinung. Da mir schwindelig war konnte ich mich nicht im Rumpf verkriechen, denn unter Deck war alles gleich doppelt so wild und man wurde zwischen den Metallwaenden hin- und hergeschleudert. Also nahm ich oben Platz und liess alles ueber mich ergehen. Zum Glueck hatte uns ein freundlicher (natuerlich deutscher) Zimmerkollege aus Airlie Beach einige uebriggebliebene Anti-Seekrank-Kaugummis vermacht. Ob sie geholfen haben? Naja ein wenig vielleicht, aber ich denke der psychische Effekt war groesser als der physische. Haette in diesem Moment ein kleines Boot an unser Schiff angedockt um alle Seekranke an Land zurueckzuschiffen, waere ich wohl unter ihnen gewesen. Doch irgendeine hoehere Macht sollte dafuer sorgen, dass wir diesen Tag nicht bereuen.
Nach drei oder vier Stunden heikler fahrt erreichten wir das erste Ziel des Tages - Whitehaven Beach. Hmmm... auf den Fotos sah das aber anders... irgendwie weisser aus, oder? Ja ja, das hier war noch nicht wirklich der beruehmte Strand, wir mussten hinter der Bucht ankern, da nur wenige Schiffe mit (nicht ganz billiger) Sonderlizenz direkt an den Strand fahren duerfen. Wahrscheinlich ist das eine Vorsichtsmassnahme um das Riff zu schuetzen - in der Hoffnung, dass sich das Wasser nicht vermischt...
Eine kleine Wanderung durch den Regenwald war mal wieder noetig. Zuerst ging es an zum Lookout, von wo aus man Hill Inlet und Whitehaven Beach bewundern kann. Obwohl es noch immer bewoelkt war, bot sich uns ein gigantischer Anblick. Kein Wunder, dass die Japaner Australien diese Inseln abkaufen wollten! Dieser Platz zaehlt zu den schoensten der Erde und ist mit Abstand der schoenste, den ich bisher gesehen habe. Als wir den Strand erreichten, riss der Himmel auf und fuer den Rest des Tages hatten wir wieder typisch perfektes Australien-Wetter. Der Sand war zu weiss und weich, um tatsaechlich glauben zu koennen, dass dies alles real war und man tatsaechlich hier baden ging. Die Postkarten haben kein bisschen gelogen! In Australien findet man immer irgendetwas, das das groesste, beste, schoenste ist (und wenn es eine Klaergrube ist), doch bei diesem Strand hat niemand untertrieben. Der Sand besteht zu 99% aus Quarz, und zwar Silizium - man kann damit seine Zaehne bleichen. Hier besteht die zweitstaerkste Sonneneinstrahlung der welt (nach der Wueste Nevadas). Ein leichter Sonnenbrand war die Folge, ein seit Wochen ungekanntes Phaenomen. Wir haben das kristallklare, tuerkise Wasser genossen und "Deutsche Eiche faellt..." gespielt. Naja tuerkis war es jedenfalls an manchen Stellen - es wechselte die Fraben, wohin man auch blickte! Man konnte hier briesige Fische und Rochen sehen, die sich erst verzogen, wenn man nur noch einen Meter entfernt war. Nach drei Stunden ging es mit dem Katamaran weiter. Der gefuellte Muellsack wurde per gezieltem Wurf in ein benachbartes Boot entfernt. Das naechste Ziel war ein Riff, in dem wir schnorcheln sollten. Die Whitsundays gehoeren zum Great Barrier Reef, dem (wieder mal) groessten der Welt. Wir wurden nicht enttaeuscht. Es sah noch geiler (entschuldigt die Wortwahl, aber es ist alles noch so frisch!) aus als im Aquarium. Dann hiess es, globale Taucherzeichen zu lernen, die Wetsuit anzuziehen und sich ins kuehle Nass zu werfen. Man sollte zu zweit schnorcheln, um Geafhren vorzubeugen. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten war dann auch mein "Buddy" Andy bereit (er hatte den stetigen Drag, abzutauchen und zog dann leider keine Luft mehr durch den Schnorchel). Als er versuchte, trotz Plastikbanane zu tauchen, bekam ich einen Lachkrampf, der mich einige Schlucke Salzwasser verdruecken liess. Endlich ging es los. Farbenfrohe Korallen, tausende Fische und eine Mission: schoene Unterwasserfotos schiessen. Von Kakadu-Fischen mit einem Schnabel wie ein Kakadu ueber Zebrafische bishin zu den riesigen Wrassen, staendig war man von Fischen umringt. Es macht schon Spass, zwischen riesigen Fischschwaermen zu schwimmen, die Fische kamen direkt auf einen zu, ohne dass man jedoch einen haette beruehren koennen. Ich war einer von zwei Schnorchlern, die in den groessten Genuss des Schnorchelns kamen - das Schwimmen mit einem Hai. Etwa 2 Minuten lang folgte ich einem Black-tip Reef Shark, der 1,60m gross war. Der Adrenalinkick zerstoerte jede Furcht und ich naehrete mich bis auf Armlaenge. Ob das Foto etwas wird, steht noch in den (See-) Sternen. Auf jeden Fall eine unvergessliche Erfahrung, auch wenn wir unseren Lieblingsfisch nicht zu Gesicht bekamen - den Luegnerfisch, den man auch in der Galerie sieht (woher der den Namen hat, duerfte jedem einfallen). Nach einer langen Zeit des Schnorchelns mussten wir beide dann aber als letzte und mit aufgeweichten Haenden und Fuessen doch wieder an Bord gehen.
Heute Morgen ging es (mit ruhigerer Musik) erst um 7 wieder auf hohe See. Ein weiteres Schnorchelgebiet wurde angesteuert. Hier war die Vielfalt des Vortages aber nicht ganz gegeben und die Sonne schien nicht dauerhaft (ich weiss: Jammern auf sehr hohem Niveau!). Der zweite Film unserer Unterwasserkamera wurde gefuellt, noch mehr Fische bestaunt. Eines steht nun fest: Das war nicht mein letzter Schnorchelgang Down Under. Anschliessend ging es bei rauher See zurueck in den Hafen von Airlie. Der bug des Schiffes tauchte immer wieder unetr Wasser und keiner blieb trocken. Auch wenn ich noch einige Zeit brauchen werde, bis ich wieder klar denken (und laufen) kann, war dieser Ausflug eine absolute Bereicherung.
Nun fuehrt uns unsere Reise weiter ueber Mackay, Gladstone und Bundaberg nach Rainbow Beach, wo wir am Samstag eintreffen werden. Von da geht es auf Fraser Island, wo es Wildpferde, Dingos und Suesswasserseen geben soll. Bis dahin, man sieht sich im Forum.
Sonntag, 15.06. - Geplante Plaene
Schoene Gruesse von der Airlie Lagoon sendet ein immernoch fauler, sonnenbadender Martin! Gestern war (ohne euch langweilen zu wollen) wieder ein idealer Sommer-Badetag. Abends war es angenehm warm und ich war mit Andy in der Stadt unterwegs. Wir haben unsere Gratis-Drinks abgeholt, die Teil des riesigen Bonushefts waren, das wir bei der Buchung des Eastcoastpackets bekamen. Zur Abwechslung war ich in einer Bar mit Livemusik, was die schmale Liste der bis jetzt in Down Under gehoerten Songs durchaus erweitert hat. Eine ziemlich engagierte Band spielte Rocksongs aller Epochen, es war wirklich nicht schlecht. Andy hat es aber doch wieder in die Technobude nebenan gezogen und so trennten sich unsere Wege fuer den Abend.
Heute morgen von den Kookaburras geweckt, bin ich zunaechst etwas aktiv gewesen. Ich habe ich die Stadt von den Huegeln, die dahinter aufragen, gesehen und bin etwa 3km an der Kueste entlanggewandert. Dann wurde es aber doch zu warm und ich lag wieder an der Lagune, wo wir nun schon eine Art Stammplatz haben.
Morgen Mittag geht es dann auf hohe See, ich hoffe dass ich seetauglich genug bin fuer den Segeltoern. Das letzte Mal auf hoher See ist doch schon eine ganze Weile her. Nach den drei Tagen Whitsundays bleiben wir noch eine Nacht in Airlie Beach. Dann haben wir einige Tage Zeit, um ueber einige (noch nicht ganz klare) Zwischenstops nach Rainbow Beach zu reisen. Von dort geht es fuer drei Tage zur Self-Drive-Safari auf die groesste Sandinsel der Welt: Fraser Island. Anschliessend fahren wir weiter nach Noosa, wo eine Kanusafari im Nationalpark auf uns wartet.
Nach diesem ziemlich vollgepackten Trip sind wir schon nahe an unserem vorlaeufigen Zielort - Quennslands Hauptstadt Brisbane. Dort hat Andy einen Job als Tischtennislehrer sicher und ich sollte dort auch besser Arbeit finden, wenn ich mich weiterhin ernaehren will. In den groesseren Orten haben wir jetzt zum Glueck gratis Internet (jedenfalls die erste halbe Stunde) in den Shops unseres Anbieters, ihr bleibt also auf dem Laufenden!
Freitag, 13.06. - Early from Airlie!
Ja, ich melde mich mal wieder! Und diesmal aus der "Whitsunday-Hauptstadt" Airlie Beach. Gestern Nachmittag sind wir hier angekommen. Wir haben einen sonnigen Tag an der Lagune im Park hinter uns - eine natuerlich gestaltete Bade- und Erholungslandschaft direkt oberhalb des eigentlichen Strandes gelegen. Das Wetter ist sonnig und warm, seit wir Tully verlassen haben. Dort regnet es noch immer, wie wir von vorherigen Leidensgenossen erfahren mussten. Das braucht uns aber nicht zu kuemmern - bei anhaltend blauem Himmel und Minimum 25 Grad laesst es sich viel leichter leben!
Gestern Abend war natuerlich wieder Deutschland-Zeit. Um halb zwei nachts geweckt, konnten wir die erste halbe Stunde des EM-Spiels (inlusive Gegentor) in einem Pub verfolgen. Als dieser dann schloss - und uns etwa 20 Fans damit rausschmiss - ging die Suche nach einer anderen Sportsbar los. Die Stimmung war gut, neben vielen Deutschen war auch ein Hollaender dabei, der Deutschland unterstuetzte (natuerlich nach Holland). Nach erfolglosen Versuchen in anderen Bars und Clubs, kam uns verbliebenen 16 Fussballfans die Idee, zusammen ein Hotelzimmer fuer eine Nacht zu bezahlen und dort die zweite Halbzeit zu schauen. Leider fand sich kein Hotel, dass uns um drei Uhr nachts noch einchecken liess. Zwei Hotels haben wir angesteuert und nachdem auch diese letzte Moeglichkeit ausfiel, trennte sich die Gruppe. Von da an fieberten wir dem Spiel durch den Livekommentar meines Bruders uebers Handy mit (ein Dankeschoen an dieser Stelle von den Deutschen Down Under)! Am Ende war die Enttaeuschung ueber die Niederlage gegen Kroatien groesser als die Wut des Spiel-nicht-sehen-koennens.
Airlie Beach an sich ist eine gemuetliche, kleine Stadt. Obwohl man sie schon als Touristenzentrum bezeichen kann, besteht sie mehr oder weniger nur aus einer Hauptstrasse, auf der sich alle Geschaefte und Unterkuenfte befinden. bis zum McDonals's, von Absteigen bis zu 5-Sterne-Resorts ist alles vertreten. Wie die meisten australischen Staedte sieht es ein wenig amerikanisch aus - alles Wichtige im Erdgeschoss, mit unzaehligen Werbetafeln wohin man auch blickt. Es gibt hier einige interessante Clubs, zum Leidwesen von uns Fussballfans ist um drei Uhr nachts aber alles vorbei, da die meisten Bars nur Ausschanklizenzen bis 3.00pm haben. Zum Glueck koennen wir ueberhaupt alle Spiele und Tore sehen, naemlich im Free-TV halb sechs abends am Folgetag. Dort werden auch sechs bis sieben EM-Spiele live uebertragen, nur ist es schwierig, zwischen zwei und fuenf morgens einen Fernseher mit eben jenem einen Sender zu finden...
Als wir in Airlie ankamen, haben wir erst einmal ein Ostkuesten-Package gebucht, von dem wir in einer der vielen Traveller- Werbebroschueren gelesen hatten. Beginnen wird unsere Eastcoast-Tour, waehrend der wir die Highlights der Ostkueste ansteuern werden, am Montag. Dann geht es mit einer Katamaran-Segeltour ueber drei Tage um und auf die (74) Whitsunday Islands. Ich werde natuerlich davon berichten. Bis dahin geniessen wir noch die heisse (mittlerweile "nur" noch subtropische) Sonne an der Airlie Lagoon.
Mein letzter Einrag hier stammt noch aus Mission Beach (wo das Internet sehr teuer war) - es gibt also einiges nachzuholen!
Von Mission Beach aus sind wir mit dem Bus nach Townsville, der drittgroessten Stadt Queenslands (150.000 EW), gefahren. Die Rezeptionistin in Mission Beach hat uns empfohlen, dort die Nacht zu verbringen und danach gleich weiterzureisen, da es in Townsville nichts zu sehen gaebe. Wahrscheinlich war die gute Frau nie in der Stadt, wir jedenfalls waren begeistert. Unser Hostel war direkt im Zentrum und (wie alle unsere bisherigen Unterkuenfte) nur zwei Minuten vom Strand entfernt. Unser Zimmer hatte ein eigenes Bad, Fernseher und Kuehlschrank - ein ungewohnter Luxus im Backpackergewerbe. Townsville hat viel zu bieten - etliche Nachtclubs, und mehr Moeglichkeiten, sich den Magen vollzustopfen, wie ich sie je in einer Stadt gesehen habe. Die Stadt war aber zunaechst nur Zwischenstation - nach nur einem Tag ging es mit der Faehre nach Magnetic Island. Die kleine, regenwaldgesaeumte Insel vor der Kueste Townsvilles ist mit ihren vielen versteckten Sandstraenden und Buchten ein beliebtes, aber nicht ueberlaufenes Urlaubsziel. Die ersten zwei Naechte auf der Insel waren wir im Koala Village untergebracht - eine idyllische Bungalowsiedlung, Gewinner des Touristenpriese Australiens 2008. Eine Fuehrung durch den Koala Sanctuary war inklusive. Auf dieser vom Ranger geleiteten Fuehrung konnte man viel ueber australiens Tierwelt lenen - und nahezu alle Tiere "in den Arm nehmen". Krokodile, Koalas (von denen es ueber 200 auf der Insel gibt), Echsen, Kakadus (in Australien wie bei uns die Amsel) waren so echt "erfahrbar". Eine Mund-zu-Mund-Fuetterung eines Kakadus ist eine ganz neue Erfahrung und eine meterlange Schlange auf dem Ruecken zu haben hat auch was fuer sich, denn die vielen riesigen Pythons auf der Bananefarm laesst man ja doch besser in Ruhe. Die Koalas gehoeren zu den faulsten Tieren auf diesem Planeten, sie sind den ganzen Tag stoned vom Eukalyptus, den sie in ihren drei aktiven Stunden am Tag konsumieren. In diesen drei Stunden, in denen sie nicht schlafen, haben sie neben Fressen noch Zeit zum Spielen. Ein echt relaxtes Leben.
Im Koala Village gab es seit langem mal wieder ein echtes deutsches Essen (die asiaten kennen sowas nicht): guter alter Milchreis, und zwar selbstgemacht!
Auf Wanderungen durch den Regenwald und um die Insel entdeckten wir unzaehlige "geheime" Buchten, z.B. Balding Bay mit tuerkisblauem Wasser und goldgelben Straenden, umgeben von steil aufragenden Felsen und dem Gruen des Dschungels. Wir mussten uns nur an drei Buchten geschlagen geben, die man nur mit dem Schiff erreichen kann und zu denen kein Weg fuehrt. Wir versuchten aber trotzdem, dort hinzukommen und kletterten einfach mitten in der Wildnis einen Berg hinauf. Zwei Stunden spaeter und mit aufgekratzten Beinen und Armen mussten wir veraergert den Rueckweg antreten, weil wir bei ueber einem Meter hohen Gras einfach nicht mehr weiterkamen. Unsere erste Campingnacht hatten wir im Base-Hostel auf der anderen Seite der Insel. Um Geld zu sparen, bauten wir mein Zelt auf - und waren von der geringen Groesse doch etwas ueberrascht. Nach erfolgreichem Aufbau belohnten wir uns mit einem kleinen Snack - udn trauten unseren Augen nicht, als uns Possums rotzfrech die Kekse stahlen und ihre Koepfe in unsere Essenstueten steckten! Irgendwie haben wir die Nacht in der Enge des Zeltes ueberstanden. Die Rucksaecke mussten leider draussen bleiben, sonst haetten wir nicht mehr ins Zelt gepasst. Morgens wachten wir schon um Acht auf - der Mix aus mittlerweile saunaartigen Temperaturen im Zelt und dem unablaessigen Geschrei de Kookaburras liess jeden Einschlafversuch scheitern. In den fuenf Tagen auf der Insel wohnten wir in drei verschiedenen Hostels und haben so fast alle Straende der Insel gesehen - bei durchgehend gutem Wetter, versteht sich! Wie schoen es hier ist, laesst sich an den vielen Hochzeiten beweisen, die hier stattfanden.
Zurueck in Townsville liessen wir uns verwoehnen, insofern dass wir hier nicht selbst kochen mussten: Wir waren wieder im gleichen Hostel, und es hatte Fruehstueck und Abendessen inklusive! Das Fruehstuecksbuffet war fuer uns meist auch das Mittagessen, da wir uns genuegend "Strandlunch" einpackten - soviel Toast wie hier werde ich in meinem Leben wohl nie wieder essen. Das Abendessen war eher eine kleine Mahlzeit im Pub um die Ecke, die meist aus "Pommes mit ..." bestand. Aber dennoch: Ein gutes Gefuehl, jeden Tag so bedient zu werden. Das Hostel hier war demzufolge auch unser Liebling - gab es doch weiterhin noch TV im Zimmer und einen Gemeinschaftsraum mit Pooltisch und DVDs. Zur Abwechslung zum Kneipenessen gab es an einem Abend ausserdem Free BBQ. Weniger erfreulich ist, dass mir hier mein schoenes grosses Strandhandtuch geklaut wurde - aber das ist eben Hostelleben in Achtbettraeumen.
Townsville hat eine tolle, neu hergerichtete Strandpromenade mit Fitnesspfad, oeffentlichen Toiletten und BBQ-Plaetzen, Spielplaetzen sowie einem Basketballcourt. Diese Promenade heisst treffend "The Strand". In dieser Stadt besuchten wir ausserdem das weltgroesste tropische Korallenaquarium und essen IMAX Kino. Man lauft dort in Glasroehren durch die bezaubernde Unterwasserwelt und kann auf diversen Fuehrungen einiges lernen.
Hinter der Stadt ragt ein riesiger roter Felsen auf, den wir zusammen mit einem Zimmergenossen aus San Marino bestiegen haben: Der Lohn war ein berauschender Blick ueber die Stadt (deren Groesse erst jetzt sichtbar wurde) bis hinaus nach Magnetic Island.
Townsville war auch der perfekte Ort fuer Sportereignisse. Am Montagmorgen startete mein Tag um 2.45am mit dem GP von Montreal (gluecklicherweise im TV). Danach ging es ins Internetcafe, wo ich mit fuenf anderen Deutschen unser erstes EM-Spiel gegen Polen verfolgte. Um fuenf Uhr in der Frueh waren wir zwar die einzigen in einer verwaisten Stadt, doch das tat der Stimmung (speziell bei diesem Spielverlauf) keinerlei Abbruch.
Am Mittwochabend fand eines der (hier) bedeutendsten Sportereignisse statt: Das 2. Spiel der State-of-Origin-Serie (im Rugby) zwischen Queensland (QLD) und dem Erzrivalen New South Wales (NSW) - so etwas wie eine Landesmeisterschaft, im Best-of-Five Modus. Nachdem sie das erste Spiel verloren hatten, besiegten die Queenslander NSW im Heimspiel klar mit 30:0. Das sorget antuerlich fuer Wahnsinns-Stimmung bei den "Roten" aus QLD. Ganz nebenbei verstehen wir jetzt auch die Rugby-Regeln, wenngleich der Sport nicht mein Favorit werden wird. Interessant ist, wie ausgelassen und doch friedlich die Fans der unterschiedlichen Lager miteinander feierten. Nachd em Spiel mussten sich zwei NSW-Fans nach verlorener Wetter ausziehen und wurden mit kaltem Wasser begossen. Die Stimmung war auf dem Siedepunkt. Im Umgang der Fans miteinander zeigen sich die Unterschiede in der Mentalitaet zwischen Europa und Australien.
Weniger erfreulich ist hingegen die absolute Ignoranz der Australier gegenueber allem Nicht-Australischen oder anderen Sportarten (im Fussballteil der Zeitungen beispielsweise findet man ausschliesslich Artikel ueber die WM-Qualifikation der Soccaroos).
Falls es jemanden interessiert: Ja, wir sind braungebrannt. Die Strandtage der letzten Wochen haben ihre Spuren hinterlassen. Sonnencreme braucht mann trotzdem, aufgrund der starken UV-Einstrahlung in Australien.
Ich melde mich in einigen Tagen in Wort und Bild wieder. Bis dahin sind natuerlich Kommentare im Australien-Forum erwuenscht! Bis bald an alle Interessierten - Martin.
Sonntag, 01.06.
Hallo von der Kueste! Ich schreibe euch heute nicht mehr aus meinem Arbeitsdomizil in Tully, nein ich bin nun wieder am Meer,genauer in Mission Beach.
Nachdem am Freitag Nachmittag die Farmarbeit bei schoenem Wetter ausgeklungen war, machten Andy aund ich uns an die Plaene fuer die naechsten (arbeitsfreien) Wochen. Klar war, dass wir Tully und dessen wolkenverhangenem Himmel den Ruecken Richtung Ostkueste zuwenden wollten. Wir entschieden uns aus Zeit- und Kostengruenden gegen den Autokauf und damit fuer den beruehmten "roten Bus", den Greyhound Australia. Wir kauften Traveller-Tickets, die uns die Fahrt mit beliebig vielen Zwischenstationen Richtung Sueden ermoeglicht. Nachdem dann noch das Hostel gebucht war, konnten wir unseren Abschied feiern. Zwei nette Maedels bekochten uns zum Abschied - es gab Kartoffelbrei, Beef und dazu eine umwerfende Sosse und Salat, den selbst ich als Salat-Hasser probieren musste. Anschliessend ging es ein letztes Mal ins Rafters, ein letztes Mal mit allen Farmarbeitern ins Wochende feiern. Abwechslung zu den vorherigen Besuchen gab es kaum: dieselbe Musik, dieselben Leute und unsere Billardskills werden auch nicht besser.
Unsere Bustickets nach Sydney konnten wir leider nicht fuer die Fahrt ins noerdliche Mission Beach benutzen. Daher mussten wir fuer diese kurze Distanz extra Tickets kaufen - aber einige andere Traveller rieten uns, Mission Beach unbedingt anzusehen. Also ging es per Greyhound am Samstagmorgen hierher - in ein Hostel, das wir aufgrund des Free Barbeques jeden Samstag ausgewaehlt hatten. Den Tag verbrachten wir am Strand und mit der Erkundung des kleinen Ortes - Mission Beach ist ein langgezogener Ort mit drei Stadtteilen, der sich am 14km langen "Mission Beach" gebildet hat. Das Wetter war gut, nur einige Wolken sorgten fuer etwas kuehlere Verhaeltnisse. Am Abend haben wir das free Barbeque mit Burgern und Bratwuersten genossen. Man koennte meinen, wir beiden Deutschen wurden unserem Ruf gerecht, jedenfalls verschlangen wir ganze drei Teller voll leckeren Grill- und Salatspeisen. So gutes Essen haben wir Low-Budget-Backpacker ja eher selten, wenngleich sich unsere Kochkuenste stetig verbessern.
Am Abend waren wir noch in einem kleinen Club direkt am Strand - natuerlich im Bayern-Dress, wie es sich gehoert. Was wir nicht wussten: An jenem Abend war Mottotag, und das Motto war wohl "verrueckt" oder "Hurenball", jedenfalls konnten wir kaum glauben, was wir hier sahen. Nichtsahnend platzten wir in den ueberlauten Tanzraum und waren zwischen mit Muellsaecken, Peruecken, Stewardessenoutfits und Schwulenkostuemen geschmueckten Leuten gefangen. Wir hielten uns dann auch eher am Rande und belaechelten das muntere Spektakel. Mit einigen "normalen" Leuten kamen wir dann aufgrund unserer Bayern-Uniform ins Gespraech. Der DJ hatte leider dieselbe Musikrichtung favorisiert wie das Videoband in Tully, mehr als 20 verschiedene Lieder scheinen Australier jedenfalls nicht zu brauchen. Fraglich aufgepeppt hat die Musik der DJ des Hauses, dessen Scratches einem Schuettelfrost und Lachkraempfe im Wechsel bescherte. Ein seltsamer Abend.
Heute gab es ein kurzes Fruehstueck aus Toast und Nutella und dann gings auf mit dem Hostelbus zum Clumb Mountain National Park. Von dort hatten wir eine traumhafte sicht ueber Mission Beach und die Inseln vor der Kueste - z.B. Dunk Island - bis hin zur weiter entfernten und Hinchinbrook Island. In einem Tagesmarsch ging es dann teils am Strand, teils im Regenwald zurueck nach Wongaling, unserem "Teilstrand" von Mission Beach. Das Wetter war perfekt - Sonne und blauer Himmel. Nach zwei Wochen Bananenschleppen im Schlamm von Tully war es eine Wohltat, wieder bei schoenem Wetter an menschenleeren Straenden baden zu gehen. Zu unserem Glueck wieder ohne auf Jellyfish zu treffen. Ernaehrt haben wir uns tagsueber von Kokosnuessen, die man in Mengen entlang der Straende findet. Mittlerweile haben wir mehr als sechs Kokosnuesse geknackt und unsere Technik verfeinert sich immer weiter. Waehrend wir sie anfangs wie wild gegen die umherstehenden Baeume geworfen hatten, klemmen wir sie nun zwischen Felsen ein und knacken sie mit Steinen. Die Affen waeren stolz auf uns. Frische Kokosnuesse am Strand sind etwas Geniales - und noch dazu kostenlos! In Innisfail lernte ich einen Deutschen kennen, der sich, wild campend, ganze zwei Wochen ausschliesslich davon ernaehrt hat. Das muss aber nicht sein, denn es gibt hier auch noch genug andere Fruechte - Bananen, Passionsfruechte, Granataepfel, Pflaumen und Mangos, um nur einige zu nennen. Mit den deutschen Supermarkt-Fruechten haben sie nur die Farbe gemein.
Wir wanderten heute ca. eine Stunde in Begleitung eines dingoaehnlichen Hundes, den wir "Johnny" tauften. Er bekam natuerlich einen Teil der Kokosnuesse ab. Nach dem pink-rotem Sonnenuntergang hatten wir etwas Probleme, zum Hostel zurueckzufinden, weil ein Creek, also eine Flussader, ein Weitergehen am Strand verhinderte. Nach zwei Stunden Nachtwanderung durch unbeleuchtete verlassene Strassen erreichten wir aber unser Ziel - und kochten unsere Tully-Essensreste zum Abendbrot. Eine interssante Mischung aus Reis, Rindfleischsosse, Fischstaebchen und Haehnchenfluegeln war die Folge - ueberraschend lecker! Da wir von unserer neunstuendigen Wanderung heute ziemlich geschafft sind, bleibt heute nur noch dieser Tagebucheintrag und etwas Entspannung. Posten kann ich den Eintrag noch nicht, wir haben kein Internet bezahlt, den PC aber kann man gratis nutzen.
Morgen werden wir vielleicht noch einige Dinge hier anschauen, um dann Richtung Townsville zu reisen. Bis dahin - Servus, der Martin
Freitag, 30.05.
Jawoll, es ist soweit - die Arbeit ist getan, die zwei Wochen sind voll. Ich hatte heute die Ehre, den letzten Bunch des Tages auf den Trailer zu hieven und dann hatte mich die Freiheit zurueck.
Etwas wehmuetig ist man schon, seine Farm zu verlassen, selbst bei so harter Arbeit wie hier. Das Humping-Team hat man ja schon etwas liebgewonnen - auf den Abschiedsfotos zu sehen. Andererseits ist es ein gutes Gefuehl, voellig erschoepft diese Baumreihen zu verlassen mit der Gewissheit: Das wars, nie wieder Bananen schleppen, nie mehr durch matschige Bananenfelder laufen! Tully verlasse ich weniger gern wegen den Leuten im Hostel, umso lieber aber wegen seiner maessigen lage und seines bescheidenen englischen Wetters.
Dienstag, 27.05.
Ich schreibe diesen ersten Eintrag mit dem Laptop von Lee Sung Jin, meinem Zimmergenossen aus Korea, den wir hier nur Franz nennen. Dank seiner Guete ist dieser neue Blog nun moeglich, da ich ja keinen eigenen Laptop mithabe und eine Bearbeitung im Internet alle Kosten sprengen wuerde.
Meine Reise nach Down Under bis hierhin werde ich nun versuchen zusammenzufassen. Am Samstag, 03.05., kam ich morgens in Cairns, Queensland an. Ich hatte dank guter Schlafeinteilung keinen Jetlag wie befuerchtet, die zwei Naechte im Flugzeug und der Klimawechsel zeigten sich aber in der besonderen Muedigkeit, die mich die naechsten drei Tage verfolgen sollte. In Cairns war ich in einem sehr familiaeren Hostel untergebracht, das sauber war und der Meinung der meisten Mitbewohner nach das beste der Stadt. Hier blieb ich fuer vier Naechte. Die Stadt war sehr touristenhaft und "busy", man konnte aber bei Traumwetter an der oeffentlichen Lagune entspannen. Das Internet war hier noch billig und man konnte beim Einkaufen aus einer grossen Anzahl Supermaerkte auswaehlen. Bei Sonne, 30 Grad im Schatten und wolkenlosem Himmel war der erste Eindruck von Australien daher auesserst positiv, wenngleich ein echter Strand in dieser Stadt fehlt. Da man in Cairns in Versuchung geraet, eine der Billionen angebotenen Trips oder Touren zu buchen, ich aber noch keinen Pfennig verdient hatte, verliess ich Cairns nach vier Tagen Richtung Innisfail.
Bei meiner Anreise ins Working Hostel nach Innisfail bekam ich meine "Deutschheit" zu spueren, da der Bus mich um 7.10 Uhr am Hostel abholen sollte, aber erst nach 7.30 Uhr ankam. Bei Australiern muss man generell etwas nachgiebig sein in Bezug auf Puenktlichkeit. In Innisfail angekommen, besichtigte ich das Hostel und war begeistert: Zweibettzimmer mit Schrank, free Internet und free Laundry, dazu noch Aircondition in jedem Zimmer. Die Arbeitssituation sei aber in der Bananenstadt Innisfail zur Zeit etwas schwierig aufgrund der "kalten" Naechte. In einigen Tagen sollte ich aber Arbeit auf einer der Farmen haben, versprach man mir. Waehrend ich wartete, besichtigte ich die Gegend. Der 8km entfernte Strand sollte ein unvergessliches Erlebnis werden. Der erste echte Strand, den ich in Australien zu sehen bekam, war gleich ein absoluter Traumstrand. Um meiner Beschreibung zu folgen, denkt einfach an bekannte Filmstraende. Meilenweiter, goldgelber Sandstrand, gesaeumt von Palmen und tropischen Baeumen. Das Beste aber war, dass man der einzige an diesem wunderbaren Ort war - in sechs Stunden Strandwandern habe ich ganze zwei andere Personen getroffen. Da es mit der Arbeit noch immer schlecht aussah, unternahm ich jeden Tag laengere Wanderungen an abgelegene, nahezu unzugaengliche Straende des tropischen Regenwaldes. Ich "verschlang" mehrere Buecher, was fuer mich ja eher selten ist, lag stundenlang in der heissen Sonne und ging auf eigenes Risiko in den Ozean schwimmen. Einige Australier, die ich traf, konnten mir bestaetigen, dass es hier keine Jellyfish, das sind kleine Marine Stingers, mehr gibt, da es zu "kalt" sei. Das Risiko von Crocs koenne man nie ausschliessen, da diese immer zwischen den Flusslaufen verkehren, hielt ich mich von der Muendung des Johnstone River fern. Neben meinen Strand- und Dschungelwanderungen machte ich noch einen Rundgang auf einer Crocodile Farm. Hier traf ich neben den gefaehrlichen Reptilien noch weitere australische Tiere - Pythons, Echsen, Kaengurus, Cassowarys Kakadus und Dingos waren zu bestaunen. Nach sechs Tagen hiess es, der Manager haette Arbeit fuer mich und einige andere Wartende gefunden. Nachdem sich diese gute Meldung am Abend aber als falsch herausgestellt hatte, begann meine Arbeitssuche von Neuem. Nach vielen Telefonaten zu Farmen und Hostels, entschied ich mich schliesslich, nach Tully zu fahren, wo man mir Arbeit fuer die naechsten Tage zusichern konnte.
Nach einer joblosen Woche in Innisfail, in der ich erstaunlich viel fuer Essen und Trinken ausgegeben hatte, kam ich nun bei regnerischen Wetter in Tully an. Bei der Ankunft fiel einem zuerst der "Golden Gumboot" auf, ein riesiger begehbarer Gummistiefel. Der ist so hoch, wie der durchschnittliche jaehrliche Regenfall in Tully - australischer Rekord. Dennoch war die folgende Woche voller warmen Sonnenscheins. In den ersten Tagen bestieg ich gleich zweimal in einer 4-Stunden-Tour den Mount Tyson, die einzige Attraktion Tullys. Ein extrem harter und kraftraubender Aufstieg mitten im Urwald wird dabei von einem erstaunlichen Ausblick bis auf den 30km entfernten Ozean belohnt. Nach einem Tag des Wartens hatte ich, zusammen mit einem Englaender namens Sam, Arbeit auf einer Bananenfarm bekommen. Ich hatte Sam auf dem Mt. Tyson kennengelern, er kam am gleichen Tag an wie ich. Wir beide wurden aufgrund unserer Groesse leider zum "humpen" eingetilt, der schwersten aller Farmarbeiten. Das heisst, man muss die vollen Bananenstauden (50-80kg) an den Baeumen herunterziehen, diese werden dann abgeschnitten, und man schleppt sie auf der Schulter zum "Trailer". Das ist ein ca. 6m langer Anhaenger am Traktor, der etwa 60 Bananenstauden fasst. Die Arbeit daert acht Stunen, von fuenf Uhr morgens bis vier am Nachmittag. Am Tag fuellt unser Ernteteam aus meist neun Arbeitern im Schnitt etwa 22 Trailer. Man fuehlt jeden einzelnen "Bananabunch" in den Knochen. Einzig die zwischenzeitlichen Traktorfahrten sorgen fuer kurze Verschnaufpausen. Daher geht auch meist abends um neun das Licht aus. Klingt wie bei Schulanfaengern, geht hier aber selbst den muskuloesesten Maennern so (also uns). Gute Ernaehrung ist sehr wichtig, daher koche ich meist "deutsch", d.h. Kartoffeln, Gemuese und variierendes Fleisch. Allgemein esse ich dank der Arbeit sehr viel mehr als sonst. Zehn Toasts am Tag sind keine Seltenheit. Und natuerlich kaufe ich nur die/das gute alte Nutella! Die Leute hier im Hostel sind zum Glueck echt super, wir spielen ab und zu Basktball und sehen zusammen DVDs. Fussball ist in Australien leider nicht sehr verbreitet, weshalb dies auch etwas ist, das ich sehr vermisse.
Mein bayerischer Zimmerkollege Andy lernt im Moment das mysterioese Unikum des saechsischen Dialekts. Die dabei entstehende bayerisch-saechsische Slangversion ist sehr interessant. Mein anderer Zimmergenosse ist Lee (Franz), der wie dieser Text zeigt, sehr hilfsbereit und kollegial ist.
An den Wochenenden ist in Tully nicht viel los - Der Freitagabend wird von allen immer im einzigen Club der Stadt, dem netten Rafters, verbracht. Leider wird dort auch jede Woche die gleiche Musik gespielt, selbstverstaendlich in andererr Reihenfolge. Da ich nichts Alkoholisches trinke, werde ich ab und zu zum Trinken animiert, aber ich habe eben meine Prinzipien. Nach einer Woche Arbeit habe ich mir ein Ziel gesetzt: zwei Wochen diese Qualen aushalten, um dann weiterzureisen. Ich vermisse das Meer und die Straende. Ausserdem ist das Wetter seit letztem Freitag so, wie man es von der regenreichsten Stadt Australiens erwartet: regnerisch. Bei stroemendem Regen in kniehohem Schlamm zu stehen und den ganzen Tag lang Bananenstauden zu schleppen, und danach nicht einmal im Meer baden zu koennen, ist sehr hart fuer die sonnenliebende Seele. Also habe ich mit meinem bayerischen Freund Andy beschlossen, die Stadt am Samstag mit dem Bus zu verlassen. Richtung Sueden, zuerst Townsville. Wir werden wohl einige Inseln und Kuestenstaedte anschauen, bevor ich mich wegen knappen Budgets wieder auf Arbeitssuche begeben muss.